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«Schneller, besser und billiger!»

Zwei Schwergewichte im Kampf gegen Aids: Der frühere US-Präsident Bill Clinton und Microsoft-Gründer Bill Gates haben einen effizienteren Einsatz der Hilfsmittel gefordert.

Seit Jahren engagiert gegen Aids: Gates und Clinton bei einer Aids-Veranstaltung in Toronto im August 2006.
Seit Jahren engagiert gegen Aids: Gates und Clinton bei einer Aids-Veranstaltung in Toronto im August 2006.
Keystone

Das Geld für die Bekämpfung von HIV komme häufig nicht da an, wo es am dringendsten benötigt werde, sagte Clinton am Montag auf der Welt-Aids-Konferenz in Wien. Das Kinderhilfswerk UNICEF warnte vor einer verdeckten Aids-Epidemie unter Strassen- und Heimkindern in Osteuropa. Fortschritte gibt es nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bei der Versorgung mit Medikamenten gegen die Immunschwächekrankheit.

Clinton forderte, mit den Milliardenausgaben zur Bekämpfung von HIV und Aids sollten vordringlich kleinere Hilfsorganisationen und staatliche Programme in Entwicklungsländern unterstützt werden. «Denken Sie daran, dass jeder Dollar, den wir verschwenden, ein Leben gefährdet», sagte er den Teilnehmern der Welt-Aids-Konferenz.

Appelle an die Regierungen in aller Welt

Ähnlich äusserte sich Gates. Es gelte, «das meiste aus jedem Dollar zu machen», sagte der Co-Vorsitzende der Bill & Melinda-Gates-Stiftung. Wenn die Effizienz von Behandlung und Vorbeugung der Krankheit im Vordergrund stehe und weiter neue Hilfsmittel geschaffen würden, könne die Zahl der Infektionen stark reduziert werden und damit begonnen werden, «die Geschichte des Endes von Aids» zu schreiben.

Damit ihnen mehr Geld im Kampf gegen Aids zur Verfügung gestellt werde, müssten Organisationen den Regierungen beweisen, dass sie ihre Arbeit «schneller, besser und billiger» verrichteten, sagte Ex-Präsident Clinton.

Hohe Infektionsraten in Osteuropa und Zentralasien

Zuvor hatte der Präsident der Internationalen Aids-Gesellschaft, Julio Montaner, den Regierungen schwere Versäumnisse bei der Behandlung von Aids-Kranken vorgeworfen. Die Gruppe der acht wichtigsten Industriestaaten (G-8) habe es versäumt, ihr Versprechen über einen universellen Zugang zu Aids-Medikamenten umzusetzen, sagte Montaner kurz vor Eröffnung der Konferenz am Sonntagabend.

Im südlichen Afrika leben nach Zahlen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) aus dem Jahr 2008 rund zwei Drittel der weltweit 33,4 Millionen Menschen, die mit dem HI-Virus infiziert sind. Weltweit gebe es jedes Jahr 2,7 Millionen Neuinfektionen. Besonders hohe Zuwachsraten sind demnach in Osteuropa und Zentralasien zu verzeichnen. Angetrieben werde diese Entwicklung durch eine Mischung aus Drogenmissbrauch und sexueller Übertragung unter Heranwachsenden, die am Rande der Gesellschaft lebten, erklärte das Kinderhilfswerk UNICEF am Montag.

Etwa ein Drittel der Neuinfektionen entfallen demnach inzwischen auf Jugendliche und junge Erwachsene. 80 Prozent der Infizierten in Osteuropa und Zentralasien seien jünger als 30 Jahre. Besonders bedroht sind der Studie zufolge Heim- und Strassenkinder, minderjährige Prostituierte und Drogenabhängige, die oft schon im Jugendalter ihre Hoffnungslosigkeit mit der Spritze betäuben.

5,2 Millionen Menschen erhalten Medikamente

Immer mehr HIV-infizierte Menschen nehmen lebensrettende Aids-Medikamente ein. Ihre Zahl stieg im vergangenen Jahr um 1,2 Millionen auf 5,2 Millionen weltweit, wie die WHO mitteilte. Seit 2003 hat sie sich demnach verzwölffacht. «Es ist tatsächlich die bisher stärkste Zunahme in einem Jahr», sagte der Leiter des Aids-Programms der WHO, Gottfried Hirnschall. Die sogenannte antiretrovirale Therapie durch Medikamente hemmt die Vermehrung der HI-Viren und kann so den Ausbruch der tödlichen Immunschwächekrankheit Aids unterdrücken. Die grössten Fortschritte beim Zugang zu Medikamenten wurden Hirnschall zufolge im südlichen Afrika erzielt.

dapd/raa

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