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Schienen-Etappe des Castors ist nach 109 Stunden zu Ende

Der Castor-Transport hat den Verladebahnhof Dannenberg erreicht. Zuvor war er mehrmals durch Protestaktionen aufgehalten worden. Doch auch für die Schlussetappe auf der Strasse sind Störaktionen angekündigt.

Trotz heftiger Proteste erreichte der Transport sein Ziel in Gorleben: Polizei setzten Wasserwerfer gegen die Demonstranten ein. (28. November 2011)
Trotz heftiger Proteste erreichte der Transport sein Ziel in Gorleben: Polizei setzten Wasserwerfer gegen die Demonstranten ein. (28. November 2011)
AFP
Jetzt folgt das Umladen: Der Zug mit den Behältern rollt in den Verladebahnhof Dannberg. (28. November 2011)
Jetzt folgt das Umladen: Der Zug mit den Behältern rollt in den Verladebahnhof Dannberg. (28. November 2011)
Reuters
In der Nähe der französischen Stadt Flottemanville demolierten Aktivisten Gleise. (23. November 2011)
In der Nähe der französischen Stadt Flottemanville demolierten Aktivisten Gleise. (23. November 2011)
Keystone
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Nach massiven Protesten ist der Castor-Transport am frühen Morgen im Umladebahnhof in Dannenberg eingetroffen. Mehr als 109 Stunden brauchte er für die rund 1200 Kilometer aus dem französischen La Hague bis ins niedersächsische Wendland. Bevor die elf Behälter mit hoch radioaktivem Atommüll auf der Strasse die etwa 20 Kilometer lange Schlussetappe nach Gorleben antreten können, müssen sie zunächst auf Spezialfahrzeuge verladen werden. Dabei wird auch die aktuelle Strahlung gemessen. In der Regel dauert das Umladen 12 bis 15 Stunden.

Wann der Transport im Zwischenlager in Gorleben eintrifft, ist noch unklar. Der letzte Streckenabschnitt zum Atommüll-Zwischenlager Gorleben kann nur auf der Strasse zurückgelegt werden. Atomkraftgegner haben für die Fahrt nach Gorleben massive Proteste angekündigt.

An Beton-Pyramide gekettet

Atomkraftgegner hatten zuvor die Fahrt durch das Wendland trotz massiver Polizeipräsenz entlang der Gleise mehrfach stoppen können. Bei Hitzacker hatten Castor-Gegner am Sonntag zuletzt den Transport mit einer Beton-Pyramide auf den Gleisen mehr als 15 Stunden aufgehalten. Drei Männer und eine Frau hatten sich in der selbst gebauten Konstruktion angekettet.

Die Pyramide der «Bäuerlichen Notgemeinschaft» war das letzte grosse Bau-Hindernis auf der Schienenroute. Die Polizei räumte ein, es habe sich bei der Betonpyramide «augenscheinlich um ein durchdachtes, ausgeklügeltes» System gehandelt.

Es sei nur schwer möglich gewesen, die Atomkraftgegner unverletzt zu befreien, hiess es. Deshalb hätten die Castor-Gegner schliesslich von selber aufgegeben.

Zahlreiche weitere Störaktionen

Die Anti-Atom-Initiativen werteten die 15-stündige Gleisblockade dennoch als grossen Erfolg. Und damit nicht genug: Kurz hinter der geräumten Beton-Blockade hatten sich in der Folgezeit mehrere hundert Demonstranten zu weiteren Sitzblockaden auf den Gleisen niedergelassen.

«Ich hätte nicht gedacht, dass es so lange dauert. Letztlich ist die Polizei gescheitert», sagte Heiko Müller-Ripke der Nachrichtenagentur dpa, nachdem er sich aus der Verankerung von der Pyramide gelöst hatte.

Zuvor hatten Atomkraftgegner auch an anderen Orten entlang der Strecke zwischen Lüneburg und Dannenberg immer wieder für unplanmässige Stopps gesorgt. Zudem hatten sich rund 200 vermummte in einem unübersichtlichen Waldstück eine heftige Auseinandersetzung mit Polizisten geliefert.

Mehr als 200 verletzte Demonstranten

Bei den Protesten gegen den Castor-Transport wurden bis Sonntagabend mehr als 200 Verletzte gemeldet. Bei etwa 160 Demonstranten handle es sich um Folgen der Schlagstock- und Reizgaseinsätze der Polizei, sagte eine Sprecherin der Rettungszentrale der Bürgerinitiative Umweltschutz.

Mindestens drei Demonstranten wurden demnach schwer verletzt. Die Polizei vermeldete 51 verletzte Einsatzkräfte, mehrere von ihnen seien dienstunfähig. Zudem seien 16 Polizeiwagen beschädigt worden. Mehrere Personen wurden festgenommen. Auch zwei Sanitäter erlitten den Angaben der Rettungszentrale zufolge Verletzungen.

SDA/kpn

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