Zum Hauptinhalt springen

Römischer Adrenalinschub

Die laufende Präsidentenwahl in Italien folgt einer alten, intrigenreichen Liturgie. Für Premier Matteo Renzi ist sie die Meisterprüfung. Er setzt auf den Sizilianer Sergio Mattarella – vorerst jedenfalls.

In diesen Kabinen füllen die Mitglieder der grossen Versammlung ihre Wahlzettel aus. Foto: Alessandra Tarantino (AP, Keystone)
In diesen Kabinen füllen die Mitglieder der grossen Versammlung ihre Wahlzettel aus. Foto: Alessandra Tarantino (AP, Keystone)

Die römischen Trattorie, so hört man, servieren derzeit den Herrschaften Politikern deftige Mahlzeiten, Kutteln vor allem, «trippa alla romana». Keine Spezialität sei gefragter. Und keine passt besser, nun, da es um die Innereien der Republik geht. Die Wahl des italienischen Staatspräsidenten hat begonnen. Sie kann eine Weile dauern. Zwei, drei, vier Tage. Eine grosse Versammlung von 1009 Senatoren, Abgeordneten und Vertretern aus den 20 Regionen Italiens bestimmt den Nachfolger von Giorgio Napolitano. Und auch die Mitglieder dieses Wahlgremiums harren der Dinge, die da noch passieren können, der Manöver und taktischen Coups in den Hinterzimmern. Im ersten Wahlgang schaffte gestern, wie zu erwarten war, keiner der Portierten die nötige Zweidrittelmehrheit. Es waren auch fantasievolle, aussichtslose Namen dabei. Die grossen Parteien legten leer ein. Erst ab dem vierten Wahlgang am Samstag sinkt die Hürde auf die einfache Mehrheit, auf 505 Stimmen. Bis dann ist noch viel Zeit für Händel und Intrigen.

Um diesen Artikel vollständig lesen zu können, benötigen Sie ein Abo.