Zum Hauptinhalt springen

Putins Öl-Schmerz

«Katastrophaler» Verfall des Ölpreises: Erstmals zeigt der russische Präsident so etwas wie Sorge wegen des tiefen Preises für Rohöl.

Sein Land wird von Sanktionen und tiefen Ölpreisen auf die Probe gestellt: Ankunft Wladimir Putins in Brisbane (Australien) zum G-20-Gipfel.
Sein Land wird von Sanktionen und tiefen Ölpreisen auf die Probe gestellt: Ankunft Wladimir Putins in Brisbane (Australien) zum G-20-Gipfel.
Reuters

Russland stelle sich auf einen «katastrophalen» Verfall beim Ölpreis ein, sagte der russische Präsident Wladimir Putin der russischen Agentur Tass. Ein solches Szenario liege im Bereich des Möglichen. Die Währungsreserven des Landes seien aber gross genug, um dies durchzustehen. Zwar sagt Putin nicht, wie sehr der tiefe Ölpreis auf Russlands Finanzen drückt. Allein schon die Tatsache aber, dass er in diesem Zusammenhang das Wort «katastrophal» verwendet, zeigt, wie intensiv diese Entwicklung in die Tagesaktualität wirkt.

Russlands Wirtschaft lebt zu einem guten Teil vom Export von Öl. Genausowichtig ist der Verkauf des Schwarzen Goldes für die Staatskasse. Immer wieder wird vermutet, die anderen Ölförderländer wollten Putin mit einem tiefen Ölpreis für sein Verhalten im Ukrainekonflikt bestrafen. Natürlich wird das von allen dementiert.

Kritik an Putin in Australien

Putin, der am Freitag in Brisbane eintraf, um am G-20-Gipfel teilzunehmen, warnte vor einer neuen Blockbildung beim G-20-Gipfel. Der russischen Nachrichtenagentur Tass sagte er, die Tatsache, dass mehrere Länder im Namen der G-20 Sanktionen gegen Russland verhängten, widerspreche nicht nur den G-20-Regeln, sondern auch internationalem Recht.

Vor dem Gipfel in Australien ist Russlands Präsident Wladimir Putin verschärfte Kritik wegen seines Umgangs mit dem Ukraine-Konflikt entgegengeschlagen. Bundeskanzlerin Angela Merkel forderte von Russland am Freitag eine vollständige Umsetzung der Friedensvereinbarung. Scharfe Worte kamen vom britischen Premierminister David Cameron und seinem australischen Kollegen Tony Abbott.

Kämpfe in der Ukraine

Kiew relativierte frühere Aussagen zur Rückeroberung der Gebiete in der Ostukraine. Moskau und die prorussischen Separatisten müssten die im September im weissrussischen Minsk vereinbarten Friedenspläne «in vollem Umfang» befolgen und «die Souveränität und die territoriale Integrität der Ukraine uneingeschränkt respektieren», erklärte Merkel. Ziel sei, «die Gewalt zu beenden und eine nachhaltige politische Lösung zu finden». Zugleich erwäge die EU, die Sanktionen gegen Moskau verstärkt auch auf die prorussischen Separatisten zu beziehen.

AFP/cpm

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch