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Putin fordert seine Helikopterträger

Der erste von Paris zurückgehaltene Helikopterträger muss bis zum Monatsende in Richtung Russland unterwegs sein. Ansonsten werde es für Frankreich teuer.

Objekt russischer Begierde: Der Helikopterträger Wladiwostok in Montoir-de-Bretagne bei Saint Nazaire. (22. September 2014)
Objekt russischer Begierde: Der Helikopterträger Wladiwostok in Montoir-de-Bretagne bei Saint Nazaire. (22. September 2014)
Stephane Mahe, Reuters
Der Helikopterträger Wladiwostok im Hafen von Saint-Nazaire, wo das Schiff vom Typ Mistral, Klasse LHD, gebaut wurde.
Der Helikopterträger Wladiwostok im Hafen von Saint-Nazaire, wo das Schiff vom Typ Mistral, Klasse LHD, gebaut wurde.
Frank Perry, AFP
Gebaut wurden die Wladiwostok und ihr Schwesterschiff Sewastopol von STX France in Saint-Nazaire im Südwesten Frankreichs.
Gebaut wurden die Wladiwostok und ihr Schwesterschiff Sewastopol von STX France in Saint-Nazaire im Südwesten Frankreichs.
Franck Dubray, Keystone
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Der Kreml will nicht länger auf die bestellten und teilweise bereits bezahlten französischen Helikopterträger verzichten: Russland hat Frankreich offenbar eine Frist zur umstrittenen Auslieferung eines Mistral-Kriegsschiffs gesetzt. Paris solle den ersten von zwei bestellten Helikopterträgern bis zum Monatsende übergeben, berichtete die Nachrichtenagentur RIA Nowosti heute unter Berufung auf russische Regierungskreise. Ansonsten drohten Frankreich «ernsthafte» Entschädigungsforderungen.

Die Auslieferung des Schiffs liegt wegen des Ukraine-Konflikts derzeit auf Eis. Gegen das im Jahr 2011 abgeschlossene Rüstungsgeschäft mit einem Volumen von 1,2 Milliarden Euro hatte eine Reihe von Nato-Partnern Frankreichs, darunter die USA und baltische Staaten, heftig protestiert. Manche befürchten, dass Russland die Schiffe für Landeoperationen einsetzen könnte.

Hollande in ungemütlicher Lage

Frankreichs Präsident François Hollande hatte dennoch lange an der Lieferung festgehalten. Erst Anfang September setzte er die Lieferung infolge der Eskalation in der Ukraine aus. Er machte aber deutlich, dass geliefert werde, wenn bestimmte Bedingungen wie ein Waffenstillstand in der Ukraine erfüllt seien. Derzeit werden aus dem Osten der Ukraine aber noch fast täglich Kämpfe gemeldet.

Das russische Ultimatum zur Lieferung – wenn es denn so gilt, wie im Agenturbericht beschrieben – dürfte den französischen Präsidenten in eine heikle Lage bringen. Nach dem beschlossenen Lieferstopp wurde Hollande in Frankreich nicht nur von der bürgerlichen Opposition, sondern auch von Exponenten seiner sozialistischen Partei und den Gewerkschaften kritisiert. Die französische Schiffbau-Industrie ist seit Jahren unter Druck. Tausende Stellen wurden wegen mangelnder Aufträge bereits abgebaut.

Die Schiffe der Mistral-Klasse sind die grössten französischen Kriegsschiffe nach dem Flugzeugträger «Charles de Gaulle». Sie können unter anderem mehrere Landungsboote, 16 Helikopter, 13 Panzer und 450 Soldaten unterbringen. Moskau bestellte zwei dieser Helikopterträger, der erste sollte ursprünglich Ende Oktober oder Anfang November geliefert werden, der zweite im kommenden Jahr.

AFP/rub

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