Putin begrüsst Abzug von US-Truppen aus Syrien

Der amerikanische Präsident Donald Trump bekommt für einmal politsche Rückendeckung von seinem russischen Amtskollegen und Rivalen.

Lob und Tadel für das Weisse Haus: Wladimir Putin bei seinen Ausführungen in Moskau. (20. Dezember 2018)

Lob und Tadel für das Weisse Haus: Wladimir Putin bei seinen Ausführungen in Moskau. (20. Dezember 2018)

(Bild: Keystone Alexander Zemlianitschenko)

Wladimir Putin hat den angekündigten Abzug der amerikanischen Truppen aus Syrien begrüsst. Das sei eine richtige Entscheidung, sagte der russische Präsident am Donnerstag in Moskau vor Journalisten. Er teile auch die Einschätzung von US-Präsident Donald Trump, dass die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien weitgehend besiegt sei. «Wir haben dem IS in Syrien ernsthafte Schläge versetzt.» Allerdings sehe er noch keine Anzeichen für den Abzug.

Putin verwies darauf, dass die amerikanischen Soldaten ohne internationales Mandat in Syrien seien. Eine Friedensregelung mache Fortschritte, deshalb habe sich die Anwesenheit amerikanischer Truppen erledigt, sagte er. Trump hatte am Vortag überraschend den vollständigen Abzug der US-Truppen angekündigt.

Nicht nur bei am Anti-IS-Kampf beteiligten Verbündeten wie Frankreich und Grossbritannien stiess dies auf Kritik. Auch zahlreiche Politiker und Experten in den USA kritisierten den Abzug als verfrüht, da er die IS-Miliz stärken und dem Iran, Russland und Syriens Machthaber Baschar al-Assad freie Hand geben werde.

Warnung vor einem Atomkrieg

Ausserdem warnte Putin in Moskau davor, die wachsende Gefahr eines Atomkriegs zu unterschätzen. «Wenn, Gott verhüte, so etwas passiert, kann das zur Vernichtung der ganzen Zivilisation führen, wenn nicht des ganzen Planeten.»

Die Verantwortung für die wachsende Gefahr sah er aufseiten der USA, die wichtige Rüstungskontrollverträge gekündigt hätten. Russland wolle mit neuen Waffen nur das Gleichgewicht halten. «Wir wahren nur die Balance, sorgen für unsere Sicherheit», sagte der russische Präsident.

Besorgniserregend sei, dass in militärischen Planspielen die Schwelle für den Einsatz von Atomwaffen sinke. Gefährlich seien auch US-Pläne, Interkontinentalraketen mit konventionellen Sprengköpfen zu bestücken. So bleibe für den Gegner unklar, wie er reagieren solle.

fal/sda/afp

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