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Pussy Riot-Sängerin bricht im Gericht zusammen

Zu schwach für den Prozess: Die Pussy Riot-Sängerin Maria Alekhina brach heute während den Gerichtsverhandlungen zusammen. Zuvor beklagten sich die Angeklagten über die misslichen Haftbedingungen.

Ihr Anwalt fürchtete um ihre Sicherheit im Straflager: Die verurteilten Pussy-Riot-Mitglieder Maria Alechina und Nadeschda Tolokonnikowa.
Ihr Anwalt fürchtete um ihre Sicherheit im Straflager: Die verurteilten Pussy-Riot-Mitglieder Maria Alechina und Nadeschda Tolokonnikowa.
AFP
«Menschen, die niemals über diese Dinge nachgedacht haben, haben begonnen, darüber zu reden»: Jekaterina Samuzewitsch im Studio von Radio «Echo aus Moskau». (12. Oktober 2012)
«Menschen, die niemals über diese Dinge nachgedacht haben, haben begonnen, darüber zu reden»: Jekaterina Samuzewitsch im Studio von Radio «Echo aus Moskau». (12. Oktober 2012)
Keystone
Das kritisierte Punk-Gebet: Pussy Riot bei der Performance in der Christ-Erlöser-Kathedrale in Moskau. (Februar 2012)
Das kritisierte Punk-Gebet: Pussy Riot bei der Performance in der Christ-Erlöser-Kathedrale in Moskau. (Februar 2012)
Keystone
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Im umstrittenem Prozess gegen Mitglieder der regierungskritischen russischen Punkband Pussy Riot hat heute eine der drei angeklagten Frauen einen Schwächeanfall erlitten. Maria Alekhina sei wegen eines zu niedrigen Blutzuckerspiegels im Moskauer Gerichtssaal kollabiert, sagte Verteidiger Nikolai Polosow. Am dritten Prozesstag erneuerte der Anwalt zudem seine Kritik an den Haftbedingungen der Frauen.

Als im Prozessverlauf drei Krankenwagen zum Gericht kamen, hiess es von Mitarbeitern zunächst, allen drei Frauen gehe es schlecht. Später sagte Polosow der Nachrichtenagentur Interfax, die Rettungskräfte seien wegen Alekhina gekommen. «Sie haben ihr die notwendigen Spritzen gegeben», sagte der Verteidiger. Den niedrigen Blutzuckerspiegel führte Polosow darauf zurück, dass Alekhina Vegetarierin sei und sich in der Haft nicht richtig ernähren könne.

Wenig Schlaf und Essen

Der Anwalt der Musikerinnen bekräftigte ausserdem seine Kritik an den Haftbedingungen der Musikerinnen. «Sie werden nach Mitternacht ins Gefängnis zurückgebracht, bekommen kein Abendessen und können dann nur wenige Stunden schlafen», sagte Polosow. Bereits zuvor hatte die Verteidigung kritisiert, die Frauen würden morgens um fünf Uhr geweckt und bekämen mitunter zwölf Stunden lang nichts zu essen.

Der Prozess gegen Alekhina und die ebenfalls seit März inhaftierten Musikerinnen Nadeschda Tolokonnikowa und Jekaterina Samuzewitsch hatte am Montag begonnen. Obwohl Alechina bereits am ersten Verhandlungstag nach einigen Stunden über Kopfschmerzen klagte, wurde die Verhandlung bis zum späten Abend fortgesetzt. Als die drei Frauen heute in Handschellen in das Gerichtsgebäude geführt wurden, sagte Alekhina jedoch, es gehe ihr gut.

Es drohen bis zu sieben Jahre Haft

Den Frauen wird «Rowdytum» vorgeworfen, wofür ihnen bis zu sieben Jahre Haft drohen. Die Band hatte im Februar in einer Moskauer Kathedrale aus Protest gegen den damaligen Ministerpräsidenten und heutigen Staatschef Wladimir Putin unter anderem den Satz «Maria, Mutter Gottes - verjage Putin!» gesungen. Auch international wird der Prozess scharf kritisiert und als politisch motiviert angesehen.

AFP/mrs

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