Probleme mit Dampfrohr – AKW Fessenheim abgeschaltet

Eben erst ist der pannenanfällige Reaktor nahe der Schweizer Grenze wieder ans Netz gegangen. Ein defektes Rohr zwang die Behörden nun, die Anlage wieder herunterzufahren.

Von einer Panne zur nächsten: AKW Fessenheim.

Von einer Panne zur nächsten: AKW Fessenheim.

(Bild: Keystone)

Nur zwei Wochen nach seiner Wiederinbetriebnahme ist der Block 1 des französischen Atomkraftwerks Fessenheim erneut abgeschaltet worden. Es müsse ein Rohr ausgetauscht werden, durch das Dampf geleitet werde, gab die Sprecherin des AKW am Oberrhein, Christelle Mutschler, bekannt. Das defekte Rohr befinde sich im nicht-radioaktiven Bereich der Anlage. Für den Austausch sei es aber notwendig, den Reaktor abzuschalten.

Block 1 des im deutsch-französisch-schweizerischen Grenzgebiet gelegenen AKW Fessenheim wurde 1977 in Betrieb genommen und ist damit der älteste noch in Betrieb befindliche Druckwasserreaktor in Frankreich. Atomkraftgegner auf beiden Seiten des Rheins fordern bereits seit Jahren die Stilllegung des Akw Fessenheim, das als besonders pannenanfällig gilt. Seit der Katastrophe im japanischen Akw Fukushima schlossen sich zahlreiche deutsche, schweizerische und elsässische Gemeinden dieser Forderung an. Im Elsass verlangten zudem rund 400 Regionalpolitiker in einem offenen Brief an den konservativen Staatschef Nicolas Sarkozy, das «veraltete» Kraftwerk zu schliessen.

Technische Nachbesserungen erforderlich

Für Block 1 hatte die französischen Atomaufsicht ANS im Juli eine Verlängerung der Laufzeit um zehn Jahre vorgeschlagen, zugleich aber eine Reihe von technischen Nachbesserungen gefordert. Die Entscheidung darüber liegt bei der Pariser Regierung. Umweltministerin Nathalie Kosciusko-Morizet zufolge soll der Beschluss erst nach Auswertung der von der EU angeordneten Stresstests fallen. Nach Angaben Mutschlers sind die Tests in Fessenheim im September abgeschlossen worden. Die Auswertung werde aber noch bis Ende des Jahres dauern.

Block 2 des Kraftwerks ist seit April abgeschaltet. Dort wird derzeit eine umfangreiche Überprüfung vorgenommen, die alle zehn Jahre vorgeschrieben ist. Nach deren Abschluss soll im kommenden Jahr entschieden werden, ob die Laufzeit dieses Reaktors verlängert wird.

miw/AFP

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