Polizei zerschlägt spanische Terrorzelle

Ermittlern ist es in der spanischen Enklave Ceuta gelungen Mitglieder einer islamistischen Gruppierung dingfest zu machen. Nachdem die Polizei bereits im Januar vier Extremisten festnehmen konnte, sei die Zelle nun zerschlagen.

Einsatz in der Enklave: Spanische Einsatzkräfte führen einen Verdächtigen in Ceuta ab. (10. März 2015)

Einsatz in der Enklave: Spanische Einsatzkräfte führen einen Verdächtigen in Ceuta ab. (10. März 2015)

(Bild: Keystone EPA Spanish Home Ministry)

Sie sollen einen ähnlichen Hintergrund haben wie die Angreifer im Fall «Charlie Hebdo». Und sie sollen Anhänger des Islamischen Staats sein, die selbst bald in Europa zuschlagen wollten.

Spanien hat nach eigenen Angaben eine islamistische Terrorzelle zerschlagen, die Anschläge in Europa geplant haben soll. Zwei marokkanisch-stämmige Spanier seien in der nordafrikanischen Exklave Ceuta festgenommen worden, erklärte das spanische Innenministerium. Vier weitere mutmassliche Mitglieder der Zelle seien bereits am 24. Januar gefasst worden. Damit sei die Gruppe nun unschädlich.

Nach Angaben der Polizei sollen die sechs Mitglieder der Zelle ähnliche Profile haben wie die beiden Brüder, die im Januar die französische Zeitschrift «Charlie Hebdo» überfielen und zwölf Menschen erschossen. Die Gruppe folgte nach Angaben des Innenministeriums auf sozialen Netzwerken und jihadistischen Webseiten den Anweisungen der Terrormiliz Islamischer Staat. Die Mitglieder seien bereit zum Jihad gewesen.

Zu Anschlägen bereit

«Die aufgebrochene Gruppe war voll einsatzfähig und bestand aus Personen, die bereits radikalisiert und bereit waren, Anschläge in unserem Land oder in denen um uns herum auszuführen», hiess es in einer Erklärung des Ministeriums. Was die Gruppe genau geplant haben soll, blieb offen. Doch hiess es, die Gruppe habe Zugang zum Schwarzmarkt für Waffen gehabt. Eine Glock-Pistole sei bei Razzien im Januar beschlagnahmt worden.

Damals hatte die spanische Polizei vier Spanier mit marokkanischen Wurzeln festgenommen, zwei Brüderpaare. Dabei wurden auch Munition, Militärkleidung, Masken, Macheten, Messer und spanische Nummernschilder sichergestellt. Drei der Verdächtigen wurden in Haft genommen. Der vierte kam gegen Auflagen frei.

Spanien und Marokko haben in den vergangen Jahren bereits Dutzende mutmassliche Jihadisten in den Exklaven Ceuta und Melilla festgenommen. Die Städte liegen in Nordafrika auf marokkanischem Gebiet mit einem Zugang zum Mittelmeer.

pst/sda

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt