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PKK-Chef Öcalan ruft zu Frieden mit türkischer Regierung auf

Seit 30 Jahren kamen im Konflikt zwischen den Kurden und der Türkei über 40'000 Menschen ums Leben. Jetzt scheint der Friedensprozess voranzukommen.

Brüderlichkeit, Frieden und ein Ende zerstörerischer und grausamer Geschichte wünscht sich Kurdenführer Öcalan: Kurden feiern das Neujahrsfest Newroz vor einer Flagge mit Öcalans Antlitz. (17.03.2015)
Brüderlichkeit, Frieden und ein Ende zerstörerischer und grausamer Geschichte wünscht sich Kurdenführer Öcalan: Kurden feiern das Neujahrsfest Newroz vor einer Flagge mit Öcalans Antlitz. (17.03.2015)
Yasin Akgül, AFP

Es sei an der Zeit, die «grausame» und «zerstörerische» Geschichte zu beenden und eine Ära des «Friedens», der «Brüderlichkeit» und der «Demokratie» zu beginnen.

Das teilte Öcalan in einer zum kurdischen Neujahrsfest Newroz in Diyarbakir verlesenen Botschaft mit. Er bekräftigte zudem seinen Wunsch, den bewaffneten Kampf zu beenden.

Der PKK-Führer hatte die PKK Ende vergangenen Monats dazu aufgefordert, einen Kongress einzuberufen, um die Niederlegung der Waffen zu beschliessen. Mit diesem Kongress werde eine «neue Ära» beginnen, erklärte Öcalan.

Der Konflikt zwischen der türkischen Regierung und der PKK währt seit 30 Jahren. Dabei kamen bislang rund 40'000 Menschen ums Leben.

Der Konflikt der türkischen Regierung mit der PKK

Dabei kamen bislang rund 40 000 Menschen ums Leben. Von 1984 an kämpfte die PKK mit Waffengewalt und Anschlägen für einen kurdischen Staat oder ein Autonomiegebiet im Südosten der Türkei.

Inzwischen ist die PKK nach eigenen Angaben von der Maximalforderung eines unabhängigen Staates abgerückt. Die Türkei, die Europäische Union und die USA stufen die PKK als Terrororganisation ein. PKK-Führer Abdullah Öcalan sitzt seit 1999 auf der türkischen Gefängnisinsel Imrali in Haft. Das Hauptquartier der Organisation liegt in den irakischen Kandil-Bergen.

Die islamisch-konservative AKP-Regierung und die PKK bemühen sich um einen Friedensprozess. Im März 2013 erklärte die PKK eine Waffenruhe. Bald darauf begann die PKK, ihre Kämpfer aus der Türkei abzuziehen. Im September setzte sie den Abzug allerdings aus, weil sie mangelndes Entgegenkommen der türkischen Regierung beklagte.

Kein Unterricht auf Kurdisch

Gefährdet wurde der Friedensprozess zuletzt von den Kämpfen um die syrisch-kurdische Stadt Kobane. Dort stellten sich PKK-nahe Kurden-Einheiten 2014 der Terrormiliz IS entgegen. Im Oktober kamen bei Demonstrationen für den Schutz Kobanes im kurdisch geprägten Südosten der Türkei mehr als 40 Menschen ums Leben. Die türkische Armee flog die ersten Luftangriffe auf PKK-Stellungen in der Türkei seit der Waffenruhe; es kam zu Gefechten.

Ende Februar kam wieder Bewegung in die Friedensverhandlungen: Kurdenführer Öcalan rief seine Anhänger dazu auf, eine Niederlegung der Waffen zu beschliessen. Dazu solle noch im Frühjahr ein Kongress einberufen werden. Die AKP-Regierung hat den Kurden schrittweise mehr Rechte zugestanden. Allerdings wird beispielsweise weiterhin kein Unterricht auf Kurdisch in staatlichen Schulen angeboten.

Etwa 24 Millionen Kurden leben über die Länder Türkei, Irak, Iran und Syrien verteilt. Sie bezeichnen sich als grösstes Volk ohne eigenen Staat. In der Türkei machen die Kurden etwa 18 Prozent der Gesamtbevölkerung aus.

SDA/rsz

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