Nur 18 Flüchtlinge wagen Fahrt nach Griechenland

Das Rückführungsabkommen mit der Türkei scheint seine abschreckende Wirkung immer stärker zu entfalten. In den letzten 24 Stunden ist der Flüchtlingsstrom fast versiegt.

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Nach dem Beginn der Abschiebungen in die Türkei vor einer Woche ist die Zahl der in Griechenland ankommenden Flüchtlinge stark gesunken. Von Sonntag- bis Montagvormittag kamen in 24 Stunden lediglich 18 Flüchtlinge über den Seeweg nach Griechenland, wie die Behörden mitteilten.

Insgesamt wurden im April erst 1704 Ankünfte gezählt – rund 190 am Tag. Den Höchststand an Ankünften – meist in Schmugglerbooten aus der Türkei – hatte das Land im Oktober mit mehr als 200'000 registriert.

Flüchtlinge verharren in improvisiertem Lager

In Griechenland sitzen allerdings weiter mehr als 53'000 Migranten fest. In einem Lager an der Grenze zu Mazedonien allein leben immer noch mehr als 11'000 Menschen, die auf eine Weiterreise Richtung Norden hoffen. Die griechische Regierung forderte sie wiederholt auf, in organisierte Schutzunterkünfte umzuziehen.

In der vergangenen Woche hatte Griechenland mit der Umsetzung des EU-Türkei-Abkommens begonnen. Vereinbart wurde, dass die Regierung in Ankara alle Flüchtlinge zurücknimmt, die Griechenland nach dem 20. März illegal erreicht haben. Das sind bis zu 4000. Am Freitag waren 124 Flüchtlinge zurückgebracht worden.

Eine Million Menschen seit Anfang 2015

Als Gegenleistung für die Rücknahme der Flüchtlinge versprach die EU der Türkei, bis zu 72'000 Syrer aus der Türkei auf legalem Wege einreisen zu lassen. Zudem wurden der Türkei Visafreiheit und raschere EU-Beitrittsverhandlungen in Aussicht gestellt.

Seit Anfang 2015 sind mehr als eine Million Menschen vor allem aus dem Nahen Osten und Afrika in Griechenland angekommen und grösstenteils weiter gereist. Ihr Ziel sind die wohlhabenden Staaten in Mittel- und Nordeuropa.

rub/sda

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