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Notruf bei Mama Meron

Wenn eritreische Flüchtlinge auf dem Mittelmeer in Gefahr geraten, wählen viele eine Nummer in Schweden: die der Stockholmerin Meron Estefanos.

Oft die letzte Hoffnung für Flüchtlinge in Seenot: Meron Estefanos. Foto: Dieter Seeger
Oft die letzte Hoffnung für Flüchtlinge in Seenot: Meron Estefanos. Foto: Dieter Seeger

Meron Estefanos wohnt in einem Stockholmer Vorort, ein grosser Wohnblock, dritter Stock. Sie öffnet die Tür mit dem Handy am Ohr und winkt durch den Flur ins Wohnzimmer. «Sorry, ich muss da zurückrufen.» Man hört es tuten, dann Stimmen. Estefanos setzt sich auf die Sofakante, greift sich einen Schmierzettel. Auf Tigrinya, der Sprache Eritreas, ruft sie einzelne Worte ins Telefon, laut und bestimmt. Sie notiert: «300 – 80 women – 15 pregnant – 16 children – wooden – motor stopped – 2 days.» Ans Ende der Liste schreibt sie zwei siebenstellige Zahlen, es sind Koordinaten.

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