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Neues Jahr beginnt mit Kämpfen, Toten und Verletzten

2014 starben im Ukraine-Konflikt mehr als 4700 Menschen – und auch zum Jahreswechsel kommt der Osten des Landes nicht zur Ruhe. In Kiew versammelten sich derweil Tausende Nationalisten zu einer Kundgebung.

Der Konflikt geht auch in diesem Jahr weiter: Kundgebung zu Ehren von Stepan Bandera in Kiew. (1. Januar 2015)
Der Konflikt geht auch in diesem Jahr weiter: Kundgebung zu Ehren von Stepan Bandera in Kiew. (1. Januar 2015)
AP Photo

Mehrere tausend Sympathisanten rechter Parteien haben in Kiew anlässlich des 106. Geburtstags des umstrittenen Nationalisten Stepan Bandera einen Fackelmarsch abgehalten. Die Veranstalter sprachen von 5000 Teilnehmern. Medien berichteten von rund 2000 Menschen.

Der Anführer der Rechtspartei Swoboda, Oleg Tjagnibok, forderte die prowestliche Führung des krisengeschüttelten Landes auf, Bandera zum Helden der Ukraine zu erklären. Auch Anhänger des radikalen Rechten Sektors nahmenan der Kundgebung teil. Eine Journalisten eines russischen Senders wurde tätlich angegriffen.

Bandera (1909-1959) ist im aktuellen Konflikt zwischen Russland und der Ukraine eine besondere Reizfigur. Im Zweiten Weltkrieg hatte er einen von der Sowjetunion unabhängigen ukrainischen Staat ausgerufen.

Viele der am Umsturz in Kiew Anfang 2014 beteiligten Kämpfer sehen ihn als Vorbild. In der Ostukraine und in Russland gilt Bandera indes als Verräter und Nazi-Kollaborateur. Nach dem Zweiten Weltkrieg lebte er in München im Exil und wurde 1959 von sowjetischen KGB-Agenten getötet.

Ukraine kommt nicht zur Ruhe

Der Konflikt in der Ost-Ukraine ist unterdessen auch zum Jahreswechsel nicht zur Ruhe gekommen. Nach Angaben des ukrainischen Militärs starteten Separatisten einige Angriffe und verletzten dabei drei Regierungssoldaten.

«Die Silvesternacht in der Zone der Anti-Terror-Operationen war nicht ruhig», hiess es in der Erklärung des Militärs. In der Gegend von Luhansk wurden demnach durch Granatwerfer der Separatisten zwei Häuser zerstört und ein Zivilist getötet. 2014 starben in dem Konflikt mit den von Russland unterstützten Rebellen in der Ost-Ukraine mehr als 4700 Menschen.

«Ein Feind hat sich unseres Lebens bemächtigt»

Präsident Petro Poroschenko bereitete die Menschen in seiner Neujahrsansprache auf weiter unruhige Zeiten vor. 2015 werde nicht einfach, erklärte er auf den Internet-Seiten der Regierung. In diesem Jahr werde die Ukraine aber Reformen vorantreiben, um damit den Weg in die Europäische Union zu ebnen.

2014 sei das schwerste Jahr für die Ukraine seit dem Ende des zweiten Weltkriegs gewesen. «Ein Feind hat sich unseres Lebens, unseres Landes, unserer Freiheit und unserer Unabhängigkeit bemächtigt.»

Eigentlich wurde im September ein Waffenstillstand zwischen den Konfliktparteien vereinbart, der aber nie eingehalten wurde. Poroschenko bereitet nach eigenen Angaben ein Treffen mit Russlands Präsident Wladimir Putin sowie Bundeskanzlerin Angela Merkel am 15. Januar vor.

SDA/ajk

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