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Morddrohung verunsichert den Vatikan

Ein anonymes Schreiben mit einer Morddrohung sorgt im Vatikan derzeit für Aufregung. Die mysteriös verpackte Botschaft richtet sich an Kardinal Tarcisio Bertone – die Nummer zwei im Kirchenstaat.

Wird für seine Nomination des aktuellen Generalsekretärs scharf kritisiert: Tarcisio Bertone (links) an der Seite von Papst Benedikt XVI.
Wird für seine Nomination des aktuellen Generalsekretärs scharf kritisiert: Tarcisio Bertone (links) an der Seite von Papst Benedikt XVI.
Keystone

Der Staatssekretär des Heiligen Stuhls, der italienische Kardinal Tarcisio Bertone, hat ein anonymes Schreiben mit einer mysteriösen Morddrohung erhalten. Die italienische Wochenzeitung «Panorama» berichtete heute, der Autor des Briefes werfe der Nummer zwei der katholischen Kirche vor, «keine Entscheidungen treffen zu können und seine Mitarbeiter auf der Basis von persönlicher Freundschaft auszusuchen».

Der Autor kleidete seine mysteriöse Drohung in ein Zitat, das auf eine historische Begebenheit aus dem Jahr 1854 hinweist, bei der Mitglieder des italienischen Königshauses ermordet wurden.

Insider nicht ausgeschlossen

Der Absender kritisiert die mögliche Nominierung des aktuellen Generalsekretärs des Governatorats des Vatikans, Monsignore Carlo Maria Vigano, als päpstlichen Botschafter in Washington. Seine Ernennung könnte in den kommenden Tagen verkündet werden.

Der Vatikan wollte die Angelegenheit auf Anfrage nicht kommentieren. Es galt als nicht ausgeschlossen, dass der Absender des Schreibens selbst ein Insider aus dem Kirchenstaat sein könnte. Kardinal Bertone wurde 2006 von Papst Benedikt XVI. zum Staatssekretär ernannt. Zuvor hatte Bertone unter der Leitung von Joseph Ratzinger in der Glaubenskongregation gearbeitet. Kritiker werfen Bertone vor, nicht hinreichend mit den Abläufen der Diplomatie vertraut zu sein.

AFP/mrs

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