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Mitte-links schlägt Berlusconi-Partei

Bei den Wahlen in Sizilien zeichnet sich eine Niederlage für Berlusconis Popolo della Libertà ab. Gouverneur dürfte ein gemässigter Kandidat werden. Auch Beppe Grillos «Fünf Sterne» schnitten überraschend gut ab.

Kandidat von Mitte-links: Rosario Crocetta im Hauptquartier seiner Partei in Palermo. (29. Oktober 2012)
Kandidat von Mitte-links: Rosario Crocetta im Hauptquartier seiner Partei in Palermo. (29. Oktober 2012)
Keystone

Bei den Gouverneurswahlen auf Sizilien zeichnet sich ein klarer Sieg des Mitte-links-Kandidaten Rosario Crocetta ab. Das Mitte-rechts-Lager um die Partei Popolo della Libertà (PDL) des früheren italienischen Regierungschef Silvio Berlusconi musste in seiner einstigen Hochburg dagegen mit einer herben Niederlage rechnen.

Das zeichnete sich nach Auszählung von einem Viertel der abgegebenen Stimmen ab. Mit 31,2 Prozent der Stimmen lag Crocettas Lager deutlich vor der Berlusconi-Liste, die auf 25,2 Prozent der Stimmen kam. Die grosse Überraschung der Abstimmung aber war die von Giancarlo Cancelleri angeführte populistische Bewegung «Fünf Sterne». Auf die vom Komiker Beppe Grillo gegründete Protestbewegung entfielen den Teilergebnissen zufolge 17,8 Prozent der Stimmen. Die Wahlbeteiligung war mit knapp über 47 Prozent schwach.

Aufgeheizte Stimmung

Die Wahlen finden in aufgeheizter Stimmung statt: In Italien wächst der Unmut über die Sparmassnahmen der Regierung von Mario Monti. Gegen Montis Krisenpolitik gingen am Samstag Zehntausende Menschen in Rom auf die Strasse.

Berlusconi hatte in einem Versuch, aus den Protesten Stimmkapital zu schlagen, seinem Nachfolger Monti am Samstag mit dem Sturz gedroht. Die PDL ist stärkste Partei im Parlament in Rom. Eine Niederlage bei den Regionalwahlen auf Sizilien dürfte Berlusconi aber bremsen.

Die italienische Krise tritt auf Sizilien besonders deutlich zutage. Die Jugendarbeitslosigkeit liegt dort bei fast 40 Prozent.

Der sizilianische Urnengang galt als wichtiger Test vor den italienischen Parlamentswahlen im kommenden Frühling. Die Wahlen wurden daher in Rom mit grossem Interesse beobachtet. Hunderte Kandidaten beteiligten sich am Wettkampf um einen der 90 Sitze im Parlament.

Rekordhohe Stimmenthaltung

Die Stimmenenthaltung war rekordhoch – eine knappe Mehrheit ging nicht zu den Wahlurnen. Bei den vorangegangenen Regionalwahlen im Jahr 2008 hatte die Stimmbeteiligung noch bei 66,6 Prozent gelegen.

Das Regionalparlament war im vergangenen Juli aufgelöst worden, nachdem der amtierende Präsident Siziliens, Raffaele Lombardo, das Handtuch hatte werfen müssen. Dieser hatte im Juli nach einem Skandal wegen mutmasslicher Mafia-Verstrickungen und eines Riesenlochs im regionalen Budget zurücktreten müssen.

SDA/mw

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