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Mission Würde

In Mailand kämpfen eine Gerichtsmedizinerin und ihr Universitätslabor dafür, dass die vielen namenlosen Toten der Flüchtlingskatastrophen einen Namen bekommen.

Ein Wissenschaftler im Autopsieraum des Mailänder Labors für Forensische Anthropologie und Odontologie. Foto: Guido Montani (OneShot)
Ein Wissenschaftler im Autopsieraum des Mailänder Labors für Forensische Anthropologie und Odontologie. Foto: Guido Montani (OneShot)

Eine aufgetaute Leiche riecht wie kaltes, verfallenes Fleisch. «Man muss es ertragen können», sagt Cristina Cattaneo. «Haben Sie einen starken Magen?» Es ist früher Morgen in Mailand, draussen regnet es auf endlich grüne Bäume. Im Keller der Universität, über der Eingangstür zu Cattaneos Labor für Gerichtsmedizin, hängt eine Tafel mit der Aufschrift «Welcome to Paradise». Die Ironie hilft wohl bei der Arbeit am kalten Fleisch, an den Knochen, der welken Haut, den Zähnen.

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