Mazedonien drängt Flüchtlinge mit Tränengas zurück

Seit Tagen hängen tausende Menschen an der griechisch-mazedonischen Grenze fest. Die Balkanroute bleibt für die meisten von ihnen geschlossen.

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Dramatische Momente an der griechisch-mazedonischen Grenze: Hunderte Flüchtlinge und Migranten versuchten am Montag, trotz der geschlossenen Grenze im griechischen Idomeni nach Mazedonien zu gelangen. Mazedonische Beamte wehrten sie mit Tränengas und Blendgranaten ab, wie die Behörden mitteilten. Ein Polizist wurde den Angaben zufolge verletzt. Mazedonien schickte Spezialkräfte per Hubschrauber an die Grenze.

Österreich wehrte Kritik ab, mit seinen Tageslimits für den Rückstau auf dem Balkan verantwortlich zu sein. Die Beschränkung der Zahl der täglich ankommenden Asylsuchenden in seinem Land sei «notwendig, und wir werden sie aufrechterhalten», sagte Österreichs Vizekanzler Reinhold Mitterlehner.

Bundeskanzlerin Angela Merkel sprach sich indes erneut gegen solche Limits aus. Zugleich sagte sie am Sonntagabend in der ARD, auf dem Gipfel zwischen der EU und der Türkei am 7. März werde diskutiert, wie der reisepassfreie Schengen-Raum Schritt für Schritt mit Griechenland wieder hergestellt werden könne. Die Regierung in Athen hat bereits gedroht, Entscheidungen auf dem Gipfel zu blockieren, falls das Land mit dem Problem alleine gelassen werde.

Balkanroute praktisch dicht

Im Grenzgebiet sitzen nach griechischen Angaben inzwischen 7000 Menschen fest, seit Mazedonien kaum noch jemanden auf die Balkanroute durchlässt. Insgesamt sind nach offiziellen Angaben allerdings mehr als 22000 Menschen in Griechenland gestrandet. Denn über die Ägäis landeten zuletzt immer noch Hunderte auf den griechischen Inseln, die nun nicht weiterkommen.

Die mazedonischen Behörden lassen seit Tagen nur noch wenige Flüchtlinge einreisen und über die Balkanroute Richtung Norden ziehen. Sie richten sich laut eigener Darstellung nach Vorgaben Serbiens, das ebenfalls nur noch eine begrenzte Zahl von Durchwanderern akzeptiert, seit Wien Tageskontingente zur Aufnahme und Durchreise von Asylbewerbern eingeführt hat. Die ganze Balkanroute ist somit weitgehend dicht. Viele der dortigen Länder liessen keine Menschen aus Afghanistan mehr ein, doch niemand habe genau erklärt, wer diese Entscheidung getroffen habe oder warum, sagten UN-Behörden.

Grenze gestürmt

Am Grenzübergang Idomeni stürmten rund 500 Menschen an der griechischen Polizei vorbei und rissen ein Tor im Grenzzaun ein, durch das normalerweise Züge fahren können. Informationen über Verletzte unter den Flüchtlingen, die meisten von ihnen Syrer und Iraker, gab es zunächst nicht.

Bei Idomeni durften bis Montagmittag rund 50 Menschen nach Mazedonien einreisen, nach den Zusammenstössen wurde die Grenze dann erneut geschlossen. Ein Zug mit 450 Flüchtlingen habe die griechische Grenze am frühen Morgen verlassen und sei auf dem Weg nach Serbien, sagte eine Polizeisprecherin.

mlr/sda/afp

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