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Mattarellas markantes Manko

Italien hat einen neuen Präsidenten. Sergio Mattarella wurde besser gewählt als erwartet – und stiftet doch keine Träume.

Wenig Strahlkraft, im Ausland gänzlich unbekannt: Sergio Mattarella trifft nach seiner Wahl in Rom ein. (31. Januar 2015)
Wenig Strahlkraft, im Ausland gänzlich unbekannt: Sergio Mattarella trifft nach seiner Wahl in Rom ein. (31. Januar 2015)
Filippo Monteforte, AFP

Urteilt man nach der langen, rund vierminütigen Standing Ovation, die die Wahl von Sergio Mattarella zum Präsidenten begleitet hat, dann könnte man leicht meinen, der sizilianische Politiker sei der Mann, den sich Italien schon lange ersehnt hatte – eine Art Heilsbringer in spe. Doch dieser Eindruck wäre natürlich übertrieben. Die Herrschaften grosse Wähler, diese 1009 Parlamentarier und Vertreter aus den Regionen, applaudierten in erster Linie einmal sich selber, dafür nämlich, dass es ihnen gelungen ist, das neue Staatsoberhaupt im vierten Wahlgang mit stattlicher Mehrheit zu wählen: 665 stimmten für den Verfassungsrichter, deutlich mehr als die nötigen 505. Der Kandidat der Linken erhielt auch viele Stimmen der Rechten, mehr als man im Vorfeld erwartet hatte. Am Ende fehlten nur wenige Stimmen zur Zweidrittelmehrheit, die es in den ersten drei Wahlgängen gebraucht hätte.

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