Zum Hauptinhalt springen

Mann mit «Gelber Weste» und Sprengstoff stellt sich in Frankreich

Ein Anhänger der «Gilets Jaunes» hat im westfranzösischen Angers am Freitagabend einen Polizeieinsatz ausgelöst. Der 45-Jährige trug Sprengstoff um den Hals.

Ein Anhänger der «Gilets Jaunes» hat in Angers am Freitagabend einen Polizeieinsatz ausgelöst. Der 45-Jährige trug Sprengstoff mit einer Zündvorrichtung um den Hals. Nach mehrstündigen Verhandlungen habe er sich ergeben. (23. November 2018)
Ein Anhänger der «Gilets Jaunes» hat in Angers am Freitagabend einen Polizeieinsatz ausgelöst. Der 45-Jährige trug Sprengstoff mit einer Zündvorrichtung um den Hals. Nach mehrstündigen Verhandlungen habe er sich ergeben. (23. November 2018)
JEAN-FRANCOIS MONIER, AFP
Bei landesweiten Protesten gegen die Erhöhung der Spritpreise kam es zu zahlreichen Zwischenfällen: Demonstranten auf der Promenade des Anglais in Nizza. (17. November 2018)
Bei landesweiten Protesten gegen die Erhöhung der Spritpreise kam es zu zahlreichen Zwischenfällen: Demonstranten auf der Promenade des Anglais in Nizza. (17. November 2018)
Eric Gaillard, Reuters
Insgesamt gab es rund 2000 Protestaktionen mit rund 283'000 Teilnehmern. Zwei Menschen starben, mindestens 400 wurden verletzt. 282 Personen wurden festgenommen.
Insgesamt gab es rund 2000 Protestaktionen mit rund 283'000 Teilnehmern. Zwei Menschen starben, mindestens 400 wurden verletzt. 282 Personen wurden festgenommen.
Charles Platiau, Reuters
1 / 6

Kurz vor den in Paris geplanten neuen Protesten der «Gilets Jaunes» hat offenbar einer ihrer Anhänger in der westfranzösischen Angers am Freitagabend einen Polizeieinsatz ausgelöst. Es habe grosse Gefahr bestanden, denn der mit einer gelben Weste bekleidete 45-Jährige habe Sprengstoff mit einer Zündvorrichtung um den Hals getragen. So zitierte die französische Nachrichtenagentur AFP den zuständigen Präfekten Bernard Gonzalez. Nach mehrstündigen Verhandlungen habe sich der polizeibekannte Mann auf dem Parkplatz eines Einkaufszentrums ergeben.

Er habe mit seiner Aktion ein Treffen der «Gelbwesten» mit Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron im Elysée-Palast erzwingen wollen, hiess es weiter. Der Mann war am späten Nachmittag in einer Autowaschanlage aufgetaucht. Die französischen Spezialeinheiten RAID konnten alle Personen aus der Gefahrenzone bringen.

Der 45-Jährige habe offensichtlich über Erfahrung im Umgang mit Sprengstoff verfügt und sei «entschieden» aufgetreten. Für die «Gilets Jaunes», die zuvor den Nachmittag mit dem Mann verbrachten, hätte die Situation «sehr gefährlich» werden können. Frankreichs Innenminister Christophe Castaner sprach im Kurzbotschaftendienst Twitter von «nicht identifizierten Sprengstoffen» und «gebastelten Granaten».

Hohe Spritpreise als Auslöser

Seit knapp einer Woche errichten die «Gilets Jaunes» - benannt nach den Warnwesten im Auto - im ganzen Land Blockaden. Zwei Personen sind dabei bisher ums Leben gekommen. Hunderte weitere Menschen wurden verletzt. Sie protestieren gegen zu hohe Spritpreise und gegen Macron, dessen Kurs sie als Politik für die Reichen wahrnehmen.

In Paris wird am heutigen Samstag eine Grossdemonstration der Protestbewegung erwartet. Aktivisten haben in den sozialen Netzwerken dazu aufgerufen, den Verkehr in der gesamten französischen Hauptstadt lahmzulegen. Auch diese Proteste richten sich vor allem gegen die hohen Kraftstoffpreise und die geplante Ökosteuer auf Diesel, an der Macron bisher festhält. Auch in anderen Orten haben die «Gelben Warnwesten» zu Strassenblockaden aufgerufen.

SDA

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch