Macron-Mitarbeiter soll Demonstranten verprügelt haben

Gegen den leitenden Sicherheitsmitarbeiter des französischen Staatschefs Alexandre Benalla wird ermittelt.

Schwere Vorwürfe gegen einen Sicherheitsangestellten von Präsident Macron: Aufnahmen des Angriffs von Alexandre Benalla. Video: AFP/Tamedia

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Die Pariser Staatsanwaltschaft hat am Donnerstag Ermittlungen gegen einen Mitarbeiter des französischen Präsidenten eröffnet. Alexandre Benalla gehört zum Sicherheitsteam von Emmanuel Macron. Benalla hat am 1. Mai dieses Jahres zwei Teilnehmer einer Demonstration, eine Frau und einen Mann, brutal angegriffen. Auf einem Video wurde festgehalten, wie Benalla auf die Demonstranten losgeht. Er trägt einen Helm und sonst Zivilkleidung. Unter anderem schlägt er einen am Boden liegenden, weder bewaffneten noch vermummten Mann auf den Kopf. Das Video zirkuliert seit dem 1. Mai im Internet. Am Mittwochabend identifizierte eine Journalistin von «Le Monde» den Schläger.

Am Donnerstagvormittag nahm der Élysée-Palast Stellung zu dem Vorfall. Der Sprecher des Präsidenten, Bruno Roger Petit, teilte mit, dass dem Präsidenten Benallas Vorgehen seit dem 2. Mai bekannt war. Benalla sei 15 Tage vom Dienst suspendiert worden. Er habe nach dieser Strafe zwar seinen Posten und sein Büro im Élysée behalten können, sei aber nicht mehr damit beauftragt, die Reisen des Präsidenten zu sichern. Die Strafe, die Benalla erhalten habe, sei «die schwerste, die ein Sonderbeauftragter des Élysée jemals erhalten» habe.

Befugnis «entschieden überschritten»

Das Video zeigt, dass Polizisten ihn gewähren liessen, als er sich in die Polizeiaktion einmischte. Der Sprecher erklärte, dass Benalla den Polizeieinsatz nur als Beobachter begleiten sollte. Darum habe Benalla gebeten – und seine Befugnis dann «entschieden überschritten».

Der Fernsehsender BFMTV berichtet, dass Benalla trotz seines bekannten Fehlverhaltens am 1. Mai weiter mit wichtigen Aufgaben betraut wurde. So sei er am Montag mitverantwortlich gewesen für die Absicherung des Auftritts der französischen Fussball-Nationalmannschaft. Benalla sei an Bord des Busses gewesen, in dem die Les Bleus durch Paris fuhren, um sich als Weltmeister feiern zu lassen.

Verkehrsunfall mit versuchter Fahrerflucht

Benalla ist seit 2011 als Sicherheitsfachmann für Politiker tätig, zunächst für die Sozialisten. 2012 arbeitet er für den damaligen Wirtschaftsminister Arnaud Montebourg. «Le Monde» zitiert den Politiker, dass er Benalla 2012 entlassen habe, weil dieser im Dienst einen Verkehrsunfall verursacht habe und dann Fahrerflucht begehen wollte. 2016 begann Benalla für die Präsidentschaftskampagne von Macron zu arbeiten.

Macron verweigerte am Donnerstagvormittag jeden Kommentar zu dem Vorfall. Der Präsident besucht aktuell Périgeux in der Dordogne, um dort eine neue Briefmarke vorzustellen. Bei einem Gang durch die Strassen schüttelte er Anwohnern die Hände und ignorierte gleichzeitig die Journalisten, die ihm vor laufender Kamera Fragen stellten und von ihm wissen wollten, warum Benallas Vorgehen nicht den Ermittlungsbehörden gemeldet worden sei. (DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 19.07.2018, 16:30 Uhr

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