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Lebenslänglich für serbische Offiziere

Das UNO-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag hat fünf serbische Offiziere des Völkermords in Srebrenica schuldig gesprochen. Sie erhielten Haftstrafen von dreizehn Jahren bis lebenslänglich.

War 1995 ein ranghoher Offizier der bosnischen Serben: Ljubisa Beara, hier im Gerichtssaal in Den Haag.
War 1995 ein ranghoher Offizier der bosnischen Serben: Ljubisa Beara, hier im Gerichtssaal in Den Haag.
Keystone

Fast 20 Jahre nach dem Völkermord im ostbosnischen Srebrenica sind zwei ehemalige ranghohe serbische Offiziere für das Massaker endgültig zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Der Völkermord von Srebrenica war das schlimmste Kriegsverbrechen in Europa nach 1945.

Das UNO-Tribunal für Kriegsverbrechen im ehemaligen Jugoslawien bestätigte am Freitag in Den Haag im Berufungsverfahren die Urteile der ersten Instanz. Drei weitere ehemalige Offiziere wurden zu langjährigen Haftstrafen von 13, 18 und 35 Jahren verurteilt.

Mit diesem Urteil ging der bisher umfangreichste Prozess zum Völkermord in Srebrenica nach fast neun Jahren zu Ende. Zum ersten Mal sprach das Gericht zwei ehemalige Kommandanten direkt für den Massenmord von rund 8000 muslimischen Männern und Jungen im Juli 1995 schuldig.

Massenmord mitgeplant

Bosnisch-serbische Einheiten unter dem damaligen General Ratko Mladic hatten die UNO-Schutzzone im Bürgerkrieg in Bosnien-Herzegowina am 11. Juli überrannt. Die Gefangenen wurden unter den Augen der dort stationierten niederländischen UN-Soldaten abgeführt und anschliessend in den umliegenden Wäldern ermordet.

Vujadin Popovic (57) und Ljubisa Beara (75), die dem Generalstab von Mladic angehörten, hätten den Massenmord mitgeplant und -organisiert, urteilten die Richter.

Alle Angeklagten wurden wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit schuldig gesprochen, wie Mord in zahlreichen Einzelfällen, gezielte Verfolgung von Bürgern und Vertreibung. Noch unklar ist, in welchem Land die Männer ihre Strafe verbüssen müssen. Zu Prozessbeginn hatten sie auf unschuldig plädiert.

3000 Beweisstücke und 329 Zeugen

Das Gericht unter Vorsitz des Jamaikaners Patrick L. Robinson gab den Einsprüchen der Verteidigung und der Anklage gegen das Urteil der ersten Instanz nur in wenigen Punkten statt. In einem Fall wurde die Strafe um ein Jahr auf 18 Jahre Gefängnis reduziert.

Der Prozess war 2006 zunächst gegen sieben Angeklagte eröffnet worden. Einer der Männer starb, ein weiter verzichtete auf eine Berufung. In 425 Verhandlungstagen wurden fast 3000 Beweisstücke geprüft und 329 Zeugen angehört.

Insgesamt hat das UNO-Tribunal gegen 20 Personen Anklage wegen der Verbrechen von Srebrenica erhoben, darunter gegen Ex-Serbenführer Radovan Karadzic und den damaligen General Mladic. Deren Prozesse sind noch nicht abgeschlossen.

SDA/kpn

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