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Krieg mit Crowdfunding

35'000 Dollar für eine Drohne sammelte David Arakhania in der Ukraine, damit die Armee besser ausgerüstet wird. Und damit nicht genug.

Von Crowdfundern finanziert: Die «Drohne des Volkes».
Von Crowdfundern finanziert: Die «Drohne des Volkes».
Screenshot www.narodniy.org.ua

Crowdfunding einmal nicht für Film- oder Musikprojekte, sondern für den Krieg: Diese Idee setzt der in Kiew lebende georgische IT-Experte David Arakhania um. Mit seiner Crowdfunding-Plattform «The people’s project» hat er 35'000 Dollar für eine Drohne gesammelt. Arakhania nennt die Drohne, die Erkenntnisse über prorussische Streitkräfte in der Ostukraine liefern soll, die «Drohne des Volkes». Die «Drohne des Volkes» ist nicht Arakhanias erstes Crowdfunding-Projekt. Als Arakhania im Februar die Krim besuchte, war er schockiert über die schlechte Ausrüstung der ukrainischen Truppe. «Was ich sah, war eine Schande. Die Soldaten trugen kaputte Ausrüstung», sagte er der BBC (Podcast, Beitrag ab Minute 7:22). «Wieso sollte ich es nicht mit einer Crowdfunding-Plattform versuchen?», dachte er sich. Auf seiner Crowdfunding-Seite «The people’s project» sammelte er erfolgreich Geld für Zigaretten, schusssichere Westen und Militärbrillen.

Nach der Drohne die Sniper-Ausrüstung

Sieben Freiwillige betreiben die Seite unterdessen, schreibt der «Guardian», unter anderem ein früherer Fallschirmjäger, der mit Waffenhändlern verhandelt. Die gespendeten Beträge reichen von umgerechnet 1.50 Franken bis zu rund 9000 Franken. Die Drohne soll nicht Arakhanias letztes Projekt sein. Aktuell sammelt er Geld für Sniper-Ausrüstungen.

Arakhanias Engagement hat viel mit seiner Biografie zu tun. Als 12-Jähriger mussten er und seine Familie von der Kaukasus-Region Abchasien vor prorussischen Truppen in die Ukraine flüchten. Der BBC sagte er: «Als ich 12 Jahre alt war, konnte ich mich nicht gegen die russischen Streitkräfte wehren. Jetzt als Erwachsener will ich mich wehren.»

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