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Kopieren statt entwerfen: Russen wollen Berner Stade de Suisse nachbauen

In Kaliningrad – dem ehemaligen Königsberg – soll das modernste Stadion Russlands gebaut werden: Eine exakte Kopie des Berner Stade de Suisse.

Bald in Russland? Das Stade de Suisse in Bern.
Bald in Russland? Das Stade de Suisse in Bern.
Keystone

Gefälschte Handys, kopierte Computerprogramme, Billig-CDs: Auf russischen Märkten schert sich niemand um das Urheberrecht. Gefälscht wird in Russland aber auch im grösseren Massstab. Die Stadt Kaliningrad will ein neues Fussballstadion für 32'000 Zuschauer bauen, und dabei offenbar auf bewährte Vorbilder zurückgreifen: «Das Stadion wird eine genaue Kopie des weltweit bekannten Stade de Suisse Wankdorf in Bern», sagt Irek Gimajew, Vizeminister für Gesundheit und Sport.

Bereits 2010 sollen die Bagger auffahren. «Ohne zu übertreiben: Das wird das beste Fussballstadion in ganz Russland», wird Gimajew auf der Webzeitung kaliningrad.ru zitiert. Auch die Finanzierung ist angeblich bereits sichergestellt: Laut Gimajew verhandelt die Verwaltung mit Investoren aus Schweden.

Marazzi weiss von nichts

Überrascht über die russischen Pläne reagiert man bei der Marazzi Generalunternehmung, die das Stade de Suisse baute. «Davon habe ich noch nichts gehört», sagt Generaldirektor Werner Müller gegenüber Redaktion Tamedia. Bislang erhielt er keine Anfragen aus Russland. Sollte das Stadion tatsächlich Eins zu Eins nachgebaut werden, hat wohl jemand Pläne ohne unser Wissen weitergegeben – oder verkauft – mutmasst Müller. «Dann würde wir versuchen, Licht ins Dunkel zu bringen.»

Bauen die Russen das Stadion dem Berner Vorbild nur in groben Zügen nach, sind Müller jedoch die Hände gebunden. «Jeder kann das Stade de Suisse fotografieren und versuchen, etwas Ähnliches zu bauen.» Das Stade de Suisse Wankdorf in Bern wurde von 2001 bis 2005 gebaut. Mit über 350 Millionen Franken Baukosten ist das Stadion das teuerste Gebäude der Schweiz.

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