Konservative erzielen besten Umfragewert seit 2017

«Good news» für Premierminister Boris Johnson: Zweieinhalb Wochen vor den Wahlen legen die Tories in Grossbritannien zu.

Der britische Premierminister Boris Johnson spricht während einer Live-Wahldebatte zur BBC-Fragestunde in Sheffield, England, am 22. November 2019. (Jeff Overs / BBC via AP)

Der britische Premierminister Boris Johnson spricht während einer Live-Wahldebatte zur BBC-Fragestunde in Sheffield, England, am 22. November 2019. (Jeff Overs / BBC via AP)

Zweieinhalb Wochen vor der Parlamentswahl in Grossbritannien haben die Konservativen von Premierminister Boris Johnson einer Umfrage zufolge den höchsten Wert seit der Wahl 2017 erreicht. Nach der am Samstag veröffentlichten Erhebung des Meinungsforschungsinstituts Opinium für die Zeitung «Observer» legen die Tories gegenüber der Vorwoche drei Punkte auf 47 Prozent zu.

Die oppositionelle Labour-Partei von Jeremy Corbyn bleibt bei 28 Prozent. Die pro-europäischen Liberaldemokraten verlieren zwei Punkte und kommen auf 12 Prozent. Die Brexit-Partei rutscht drei Punkte ab auf 3 Prozent.

Vom Verlust der Brexit-Partei profitieren die Konservativen, wie Jack Tadman von Opinium sagte. Allerdings seien noch viele Wähler unentschieden, was den Vorsprung der Tories schmälern könne.

Das Unterhaus hatte im Oktober Johnsons Wunsch zugestimmt, die Wahl auf den 12. Dezember vorzuziehen. Die Labour-Partei gab ihren Widerstand dagegen auf, nachdem ihrer Einschätzung nach die Gefahr eines ungeregelten Austritts Grossbritanniens aus der EU durch die erneute Verschiebung des Brexit-Termins auf den 31. Januar nicht mehr gegeben ist.

Sitze werden nach Mehrheitswahlrecht vergeben

Johnson, der über keine Mehrheit im Unterhaus verfügt und den Abgeordneten eine Verweigerungshaltung vorwirft, hatte die Neuwahl vorgeschlagen und argumentiert, nur durch sie könne die Brexit-Sackgasse aufgehoben werden.

Die Prozentzahl sagt etwas über die Stärke der Parteien aus, nicht aber zwangsläufig über die Mehrheit im Unterhaus. Denn in den 650 Wahlkreisen, die der Anzahl der Mandate im Unterhaus entsprechen, werden die Sitze nach dem Mehrheitswahlrecht vergeben. Das heisst, die Sitze werden nicht entsprechend der Prozentzahl für die Parteien verteilt (Verhältniswahlrecht), sondern nach dem Prinzip: Wer im Wahlkreis die Mehrheit holt, bekommt den Sitz.

oli/sda

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