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Italien warnt vor IS-Anschlag auf den Papst

Die Nervosität steigt: Polizei und Geheimdienste in Europa beobachten offenbar Aktivitäten islamistischer Kämpfer. Medien berichten von Festnahmen in Belgien und Plänen für ein Attentat im Vatikan.

Beschützt den Papst: Ein italienischer Polizist in der Nähe des Petersplatzes im Vatikan.
Beschützt den Papst: Ein italienischer Polizist in der Nähe des Petersplatzes im Vatikan.
Guido Montani/Archiv EPA

Die italienischen Behörden haben einem Zeitungsbericht zufolge Hinweise auf Pläne für einen Anschlag im Vatikan erhalten. Die Tageszeitung «Il Messaggero» berichtete, ein ausländischer Geheimdienst habe ein Gespräch zwischen zwei Arabisch sprechenden Männern abgefangen, in dem von einer «überzeugenden Tat am Mittwoch im Vatikan» die Rede gewesen sei.

Mittwochs findet regelmässig die wöchentliche Generalaudienz des Papsts auf dem Petersplatz statt. Die Zeitung «La Repubblica» berichtete, sämtliche Hotels rund um den Vatikan würden nun verstärkt überwacht. Auf dem Petersplatz unterstützten italienische Spezialkräfte mit Spürhunden die Polizei des Kirchenstaats bei Sicherheitskontrollen.

Mehrfache Warnungen

In den vergangenen Wochen hatte es mehrfach Warnungen gegeben, Anhänger der im Irak und in Syrien aktiven Jihadistengruppe Islamischer Staat (IS) könnten einen Anschlag auf Papst Franziskus planen. Für die regelmässigen Auftritte des 77-Jährigen auf dem Petersplatz wurden daraufhin die Sicherheitsvorkehrungen bereits erhöht.

Morgen Sonntag wird das Kirchenoberhaupt zu einem eintägigen Besuch in Albanien erwartet. Warnungen vor möglichen Gefahren während der Reise nahm der Vatikan zur Kenntnis, teilte jedoch mit, die vorgesehenen Sicherheitsmassnahmen blieben unverändert. Franziskus hatte das brutale Vorgehen der IS-Kämpfer im Irak und in Syrien mehrfach verurteilt.

Belgien vereitelt mehrere Anschläge

Die belgischen Sicherheitsbehörden haben nach einem Pressebericht mehrere geplante Anschläge von Syrien-Rückkehrern und Sympathisanten der Jihadistengruppe Islamischer Staat vereitelt. Wie die Tageszeitung «L'Echo» berichtete, zielten die Pläne darauf, ähnliche Attentate wie auf das Jüdische Museum in Brüssel im Mai zu verüben. Aus Sicherheitsgründen wollten die Behörden dem Bericht zufolge keine Details nennen. Es habe aber mehrere Festnahmen gegeben.

Am 24. Mai hatte ein bewaffneter Mann im Eingangsbereich des Jüdischen Museums das Feuer eröffnet. Vier Menschen starben. Der mutmassliche Täter, ein algerischstämmiger Franzose, sitzt in Belgien in Haft. Er hatte mehr als ein Jahr auf der Seite von Islamisten in Syrien gekämpft. Die belgischen Behörden gehen laut «L'Echo» davon aus, dass bis zu 400 Belgier als Kämpfer nach Syrien reisten. Rund 90 von ihnen seien bisher zurückgekehrt.

Die belgischen Behörden bestätigten der Nachrichtenagentur Belga, dass es mehrere Einsätze in diesem Zusammenhang gegeben habe. «Wir arbeiten rund um die Uhr am Problem der zurückgekehrten Kämpfer», sagte ein Vertreter der Justizbehörden der Agentur weiter. Im Juni hatte ein belgisches Gericht 46 mutmassliche Mitglieder der Gruppe Sharia4Belgium angeklagt. Die radikale Gruppe wird verdächtigt, junge Kämpfer für den Bürgerkrieg in Syrien anzuwerben.

AFP/sda/mw

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