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Hoeness soll morgen Rückzug bekannt geben

Sponsoren und Clubgrössen haben Uli Hoeness laut dem «Spiegel» gedrängt, sein Amt als Bayern-Chef ruhen zu lassen. Auch Finanzminister Schäuble fährt ihm ungewöhnlich heftig an den Karren.

Hat laut Wolfgang Schäuble «mehr als grossen Mist gebaut»: Uli Hoeness während des Champions-League-Spiels gegen den FC Barcelona auf der Tribüne in Barcelona. (1. Mai 2013)
Hat laut Wolfgang Schäuble «mehr als grossen Mist gebaut»: Uli Hoeness während des Champions-League-Spiels gegen den FC Barcelona auf der Tribüne in Barcelona. (1. Mai 2013)
Keystone

Wichtige Aufsichtsräte des FC Bayern München drängen Uli Hoeness gemäss einem «Spiegel»-Bericht zum vorübergehenden Rückzug von der Spitze des Kontrollgremiums. Wie das Nachrichtenmagazin vorab berichtet, soll der wegen einer Steueraffäre ins Zwielicht geratene Aufsichtsratschef des Clubs sein Amt nach dem Champions-League-Finale am 25. Mai bis zur Klärung der Vorwürfe ruhen lassen.

Darauf hätten sich die grossen Sponsoren des Vereins – namentlich Adidas, Audi, Volkswagen und die Deutsche Telekom – verständigt. Die Entscheidung soll Hoeness demnach auf der morgigen Aufsichtsratssitzung bekannt geben. Ursprünglich hätten die Chefs der vier Konzerne einen noch früheren Rückzug angestrebt, diesen dann aber wegen des Einzugs ins Champions-League-Finale und einer ungeahnten Sympathiewelle für Hoeness verworfen, heisst es in dem Bericht.

Staatsanwaltschaft lehnt angeblich Deal ab

Demnach fürchteten die Unternehmen, sich sonst den Zorn der Fans zuzuziehen. Laut «Spiegel» wollen die Bayern-Aufsichtsräte Hoeness den schwierigen Schritt aber schmackhaft machen, indem sie ihm die Tür für eine Rückkehr offen halten: Sollte die Staatsanwaltschaft seine Selbstanzeige anerkennen und die Affäre mit der Nachzahlung der Steuern samt Zuschlag zu den Akten legen, soll Hoeness das Amt wieder übernehmen können.

Doch das könnte schwierig werden. Glaubt man einem Bericht von «Bild am Sonntag», haben Hoeness' Anwälte versucht, mit der Staatsanwaltschaft eine Einigung zu erzielen. Sie hätten dabei angeboten, zusätzlich zu den Straf- und Steuernachzahlungen eine bedingte Gefängnisstrafe von einem Jahr zu akzeptieren. Die Staatsanwaltschaft sei aber nicht auf den Deal eingestiegen. Weder Staatsanwaltschaft noch die Anwälte von Uli Hoeness äusserten sich dazu. «Bild am Sonntag» bezieht sich auf nicht genannte Quellen aus der bayerischen Regierung und Justiz.

Schäuble: «Er hat mehr als grossen Mist gebaut»

Der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble hat Uli Hoeness für dessen Steueraffäre ungewöhnlich heftig gescholten. «Er hat mehr als grossen Mist gebaut. Steuerhinterziehung ist grundsätzlich eine Straftat», sagte Schäuble zu «Bild am Sonntag». Mitleid mit dem Präsidenten und Aufsichtsratschef des FC Bayern München, der in einem Interview mit der «Zeit» über Schlafprobleme geklagt hatte, zeigte der CDU-Politiker nicht: «Ich empfände es als schwierig, wenn Uli Hoeness sagen würde: Mir geht es prima, ich schlafe bestens.»

Den öffentlichen Aufschrei wegen der Steuerhinterziehung des prominenten Fussball-Managers begründete Schäuble mit dessen herausgehobener Rolle und seinem sozialen Engagement. «Er muss jetzt mehr Kritik ertragen als andere. Und darüber kann Uli Hoeness sich kaum beklagen. Denn er ist ja jemand, der die Gesetze der Medienwelt kennt und sich in der Vergangenheit auch nicht durch grosse Zurückhaltung in der Öffentlichkeit ausgezeichnet hat.»

AFP/rub

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