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Guttenberg lässt politisches Comeback platzen

Ex-Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg will im Jahr 2013 nicht für ein politisches Mandat kandidieren. Die Gründe dafür seien sehr persönlich.

Publizierte ein langes Gespräch mit Guttenberg: Giovanni di Lorenzo, Chefredaktor der Wochenzeitung «Die Zeit». (Aufnahme vom 6. Juni 2005, Hamburg)
Publizierte ein langes Gespräch mit Guttenberg: Giovanni di Lorenzo, Chefredaktor der Wochenzeitung «Die Zeit». (Aufnahme vom 6. Juni 2005, Hamburg)
Keystone
Will vorerst nicht in die Politik zurückkehren: Freiherr Karl Theodor von und zu Guttenberg.
Will vorerst nicht in die Politik zurückkehren: Freiherr Karl Theodor von und zu Guttenberg.
Keystone
Seit seinem letzten Auftritt in der Öffentlichkeit vergingen acht Monate.
Seit seinem letzten Auftritt in der Öffentlichkeit vergingen acht Monate.
Keystone
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Nur zwei Tage hat die Rückkehr von Karl-Theodor zu Guttenberg nach Deutschland gedauert. Als CSU-Chef Horst Seehofer am Morgen in München verkündet, dass der einstige Star der Partei zunächst nicht in die deutsche Politik zurückkehren wird, ist dieser bereits auf dem Weg zurück in die USA. Zurückgelassen hat er bei seinem Kurzbesuch einen Brief an die CSU-Mitglieder, in dem er ins Büsserhemd schlüpft.

«Es wäre nicht der richtige Zeitpunkt. Und ich habe auch aus meinen Fehlern zu lernen», begründet Guttenberg seine Entscheidung und gibt sich zerknirscht. «Nicht jede meiner Reaktionen und Äusserungen im vergangenen Jahr, das ich als extrem empfunden habe, war klug», schreibt er. Auch die vergangenen Wochen seien «missglückt» gewesen und vielen «wie eine Comeback-Inszenierung erschienen». Dabei sei dies nicht seine Absicht gewesen, beteuert er.

Vieles sah nach schneller Rückkehr aus

Es hatte einiges nach einem Comeback Guttenbergs ausgesehen. Die Arbeit für eine amerikanische Denkfabrik, der Beraterjob bei der EU-Kommission in Fragen der Freiheit des Internets, das Interviewbuch «Vorerst gescheitert» – vieles wirkte wie die wohlgeplante Vorbereitung der politischen Auferstehung. Und auch aus der Heimat kamen positive Reaktionen, von den Kreisvorsitzenden, die ihm seinen Bundestagswahlkreis frei hielten, bis hin zu Seehofer, der ankündigte, ihn wieder einbinden zu wollen.

Doch dass Guttenberg im Interviewbuch auch scharfe Kritik an der CSU übte und sagte, es sei «nur noch wie die Verhöhnung früherer Träume», wenn sich die CSU bei ihren Wahlergebnissen noch als Volkspartei bezeichne, kam schlecht an. So etwas sah man nicht gerne in der Partei. Auch in der Bevölkerung war jüngsten Umfragen zufolge eine Mehrheit gegen ein Comeback. So ist es im Moment wohl vorerst gescheiter für Guttenberg und die CSU, mit einer Rückkehr noch zu warten.

Bis dahin gibt es vom ehemaligen Politstar Selbstkritisches und eine Charmeoffensive in Richtung der Partei: «Die CSU bleibt meine politische Heimat, ich habe ihr viel zu verdanken und ich bin und bleibe ihr im Herzen verbunden», schreibt Guttenberg. Und nennt die Zeit, in der er politische Verantwortung habe tragen dürfen «ein wunderbares, ehrenvolles Privileg».

Die Zerknirschung kommt an

Die Zerknirschung jedenfalls kommt in der CSU an. Guttenberg habe «mit seiner Erklärung ein respektables Zeichen von Demut und Nachdenklichkeit gesetzt», sagt CSU-Fraktionschef Georg Schmid am Freitag. Die Bundestagsabgeordneten Hans-Peter Uhl und Norbert Geis äussern in der «Mitteldeutschen Zeitung» bereits die Hoffnung auf eine spätere Wiederkehr.

Parteichef Seehofer lässt die Türe ebenfalls weit offen: Eine Rückkehr bleibe eine Option, macht er deutlich und betont im Blick auf das Gespräch vom Vorabend: «Es ging gestern um den Zeitpunkt.»

dapd/wid

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