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«Grus 200» – das Codewort für Leichentransporte

Russische Soldaten kämpfen und sterben in der ­Ostukraine. Ihre Familien lässt die Armee im Dunkeln.

Russische Angehörige wissen nicht, wie ihre Familienmitglieder im Krieg umkommen: Prorussische Separatisten sitzen in einem Truck. Foto: Keystone
Russische Angehörige wissen nicht, wie ihre Familienmitglieder im Krieg umkommen: Prorussische Separatisten sitzen in einem Truck. Foto: Keystone

Marcel Araptanow starb am 12. August. Das ist die einzige gesicherte Information über die letzten Wochen im Leben des russischen Berufssoldaten. Der 30-Jährige stammte aus einem Dorf in Baschkirien. Nach seinem Tod holten Angehörige den Leichnam in der Provinz Rostow ab, die an die Separatistengebiete in der Ostukraine grenzt. Offiziell kam Araptanow dort um. Im Interview mit dem russischen Sender Doschd sagte die Mutter aber, sie habe gehört, dass ihr Sohn in der Ukraine im Einsatz war. Nachbarn erzählten, die Leiche sei stark entstellt gewesen, der Kopf habe fast ganz gefehlt. Nachdem Doschd den Beitrag gesendet hatte, zog die Mutter ihre Aussage gegenüber anderen Jour­nalisten zurück. Sie wisse nicht, wo ihr Sohn gestorben sei.

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