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Griechen wollen ausreisen können

Seit der Ankündigung des Referendums sind die Anträge für Reisepässe massiv angestiegen. Wie es mit dem faktisch bankrotten Griechenland weitergeht, könnte sich heute Nacht entscheiden.

Die Ruinen der Krise: Eine Fahrt quer durch Griechenland zeigt die Überreste einer einst blühenden griechischen Industrie. Diese Fabrik in der Industriezone von Thessaloniki ist seit den 90er-Jahren verwaist. (15. April 2015)
Die Ruinen der Krise: Eine Fahrt quer durch Griechenland zeigt die Überreste einer einst blühenden griechischen Industrie. Diese Fabrik in der Industriezone von Thessaloniki ist seit den 90er-Jahren verwaist. (15. April 2015)
Yannis Behrakis, Reuters
Die Natur erobert sich ihren Platz zurück: Hier, in Xanthi in der Region Thrakien, wurde bis in die 80er-Jahre Dichtungsmaterial produziert. (25. April 2015)
Die Natur erobert sich ihren Platz zurück: Hier, in Xanthi in der Region Thrakien, wurde bis in die 80er-Jahre Dichtungsmaterial produziert. (25. April 2015)
Yannis Behrakis, Reuters
Verlassene Schönheiten: Leere Kornsilos in der Stadt Larissa vor der grandiosen Kulisse des schneebedeckten Olymp. (22. April 2015)
Verlassene Schönheiten: Leere Kornsilos in der Stadt Larissa vor der grandiosen Kulisse des schneebedeckten Olymp. (22. April 2015)
Yannis Behrakis, Reuters
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Angesichts der dramatischen Finanzkrise in Griechenland hat die Zahl der Anträge auf Ausstellung neuer Reisepässe drastisch zugenommen. Die Zeitung «Kathimerini» wertete dies als ein Indiz dafür, dass viele Griechen aus Angst vor einem «Grexit», einem Ausstieg aus der Eurozone, erwägen auszuwandern.

In Athen seien zuletzt an einem Tag 1580 Anträge bei den zuständigen Polizeistellen vorgelegt worden, berichtete das Blatt unter Berufung auf die Sicherheitskräfte. Dies bedeute eine Steigerung um über 50 Prozent im Vergleich zum entsprechenden Tag des Vorjahres.

Die Zunahme der Pass-Anträge habe begonnen, als Ministerpräsident Alexis Tsipras eine Volksabstimmung über Spar- und Reformmassnahmen angesetzt habe.

Geld gegen Reformen

Seit dem deutlichen Nein zum Referendum steht die griechische Regierung noch mehr unter Druck, konkrete Reformpläne vorzulegen, um dringend benötigte Finanzhilfen zu erhalten. Heute Mitternacht läuft die Frist für die Vorschläge aus.

Die Liste soll konkret ausweisen, wie Athen seinen Haushalt sanieren und vom Schuldenberg herunterkommen will. Der Internationale Währungsfonds und EU-Ratspräsident Donald Tusk betonten, dass es ohne Erleichterungen bei den bereits aufgelaufenen Krediten wohl nicht geht. Gegen einen Schuldenerlass sträubt sich aber vor allem Deutschland.

Griechenland hatte am Mittwoch für die nächsten drei Jahre Hilfen aus dem Euro-Rettungsschirm ESM beantragt. Dafür gelten aber strenge Voraussetzungen, unter anderem, dass die Schuldenlast «tragfähig» bleibt – dass also eine reelle Chance besteht, sie irgendwie wieder abzutragen. Ob die Bedingungen für Hilfen aus dem ESM erfüllt sind, wollen die europäischen Partner bei einem Sondergipfel am Sonntag entscheiden. Davon könnte abhängen, ob das nahezu bankrotte Griechenland im Euro bleibt.

sda/AP/hvw

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