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Gesichter der Entführten leuchten vom Triumphbogen

Vor einem Jahr wurden zwei französische Journalisten in Afghanistan verschleppt. Die Reporter ohne Grenzen ehrten sie mit einer speziellen Aktion.

«Befreit Stéphane und Hervé»: Die Gesichter der Entführten am Triumphbogen am Mittwochmorgen.
«Befreit Stéphane und Hervé»: Die Gesichter der Entführten am Triumphbogen am Mittwochmorgen.

Frankreich hat am Mittwoch an die vor einem Jahr in Afghanistan verschleppten Journalisten Stéphane Taponier und Hervé Ghesquière errinert: Anderthalb Stunden lang wurden am Morgen die Gesichter der beiden Fernsehreporter auf den Pariser Triumphbogen projiziert. «Dies ist ein trauriger Jahrestag», sagte die französische Journalistin Florence Aubenas, die selbst vor fünf Jahren fünf Monate lang in irakischer Geiselhaft war. Mit dieser Aktion solle ein Signal gegeben werden: «Vergesst sie nicht».

Organisiert hatte die Organisation die Journalistenvereinigung «Reporters sans frontières» (Reporter ohne Grenzen«). Sie forderte die französische Regierung auf, sich stärker für die Freilassung der Geiseln zu engagieren. Präsident Nicolas Sarkozy müsse dies zu einer »nationalen Priorität« machen. Auch in anderen französischen Städten waren am Mittwoch Solidaritätsaktionen für die verschleppten Journalisten geplant.

Angehörige kritisieren Regierung

Die Eltern von Stéphane Taponier hatten der Regierung am Dienstag vorgeworfen, sie über das Schicksal der Verschleppten weitgehend im Unkaren zu lassen. Aussenministerin Michèle Alliot-Marie äusserte Verständnis für die »Ungeduld« der Angehörigen, versicherte aber gleichzeitig, alle zuständigen Dienste seien mobilisiert, um eine Freilassung der Journalisten und ihrer Begleiter zu erreichen.

Die beiden 47 und 48 Jahre alten Reporter des öffentlich-rechtlichen Fernsehsenders France 3 waren am 30. Dezember 2009 mit ihren drei afghanischen Begleitern mutmasslich von Taliban-Rebellen im Nordosten Afghanistans verschleppt worden. Vor einigen Tagen war ein neues Video der Geiseln aufgetaucht, in dem sie die französische Regierung bitten, alles für ihre Freilassung zu tun. Die Taliban fordern einen Austausch der Geiseln gegen radikalislamische Kämpfer, die von US- und afghanischen Behörden festgehalten werden.

AFP/oku

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