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Geografie-Nachhilfe in Zeiten des Krieges

«Nicht Russland» steht in fetten Lettern über einer Karte, welche die Ukraine neben Russland zeigt. Um die Welt geschickt hat sie das kanadische Nato-Büro. Die Antwort aus Russland kam umgehend.

«Geografie kann schwierig sein. Hier ist ein Plan für russische Soldaten, die sich verirren und ‹per Zufall› in die Ukraine geraten.» Das twitterte gestern das Nato-Büro Kanadas. Mitgeliefert eine Karte, welche die Ukraine mit der Aufschrift «Not Russia» («nicht Russland») überzieht.

Gemeint ist damit die scheinheilige Antwort Russlands auf eine Grenzverletzung vor wenigen Tagen. Russische Soldaten waren in ukrainischem Gebiet gefangen genommen worden, worauf es vonseiten Russlands hiess, die Männer hätten sich verirrt und seien versehentlich über die Grenze geraten.

Nachhilfeunterricht der hämischen Art also, was Kanada twitterte. Pikantes Detail der Karte: Die Krim wird als Gebiet der Ukraine bezeichnet, es trägt die gleiche Farbe.

Kein Wunder liessen die Russen das nicht auf sich sitzen. Vom Twitter-Account Russian Mission at Nato wurde ebenfalls eine Karte publiziert. Dazu hiess es: «Wir helfen unseren kanadischen Kollegen sich mit den aktuellen geografischen Gegebenheiten in Europa zurechtzufinden.»

Der grosse Unterschied was die Karten anbelangt: Russlands Grafik zeigt die Krim in ihren Farben.

Situation verschärft

Nach der jüngsten Eskalation in der Ukraine hat EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso Russland aufgefordert, «seine aktive Unterstützung der Separatisten mit Waffen und Personal zu beenden». Das jüngste Verhalten Russlands verstosse gegen internationale Standards und Prinzipien. Die EU müsse daher den Druck auf Russland aufrecht erhalten, sagte Barroso kurz vor dem EU-Sondergipfel von morgen, bei dem auch über mögliche neue Sanktionen gegen Moskau gesprochen werden soll.

Die EU müsse Russland zeigen, «dass einige der jüngsten Verhaltensweisen im Europa des 21. Jahrhunderts einfach nicht akzeptabel sind». Zugleich sollten aber auch die diplomatischen Kanäle genutzt werden, betonte Barroso. «Wir müssen unseren zweigleisigen Ansatz fortführen.»

In der Ukraine hat sich die Situation in den vergangenen Tagen nochmals verschärft. Die Führung in Kiew warf Russlands Armee am Donnerstag vor, einen wichtigen Grenzort und umliegende Dörfer eingenommen zu haben. Nach Angaben der Nato kämpfen mehr als tausend russische Soldaten in der Ukraine an der Seite der Separatisten.

Die EU hatte zu Beginn der Ukraine-Krise einen mehrstufigen Sanktionsplan erarbeitet, dessen höchste Stufe mit umfassenden Wirtschaftssanktionen aber bislang nicht in Kraft gesetzt wurde.

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