Zum Hauptinhalt springen

Generalstreik in Griechenland: «Hände weg von unseren Renten»

Der sechste Generalstreik seit Februar hat am Donnerstag den Verkehr in Griechenland weitgehend zum Erliegen gebracht. Vor dem Parlament wurden Abgeordnete beschimpft.

Protestierte mit einem Lächeln: Demonstrant in Athen.
Protestierte mit einem Lächeln: Demonstrant in Athen.
Reuters

Aus Protest gegen die geplante Anhebung des Rentenalters legten die Gewerkschaften den Fähr-, Bahn- und Flugverkehr lahm. Sämtliche Fährverbindungen von der Hafenstadt Piräus zu den Inseln der Ägäis wurden gestrichen. Die Fähren fahren erst am Freitag wieder. U-Bahnen und Busse in Athen fuhren nicht. Mehr als 80 internationale und nationale Flüge wurden annulliert, 110 wurden verschoben.

Geschlossen bleiben auch alle staatlichen Behörden wie Ministerien, Museen und Steuerämter sowie Schulen und Universitäten. Auch Banken und die Post wurden bestreikt. Spitäler behandelten nur Notfälle. Auch die Nachrichten fallen den ganzen Tag aus, weil sich Journalisten dem Aufruf zweier grosser Gewerkschaften anschliessen.

«Diebe» und «Lügner»

Am frühen Nachmittag demonstrierten rund 4000 Gewerkschaftsmitglieder im Zentrum Athens gegen die Sparmassnahmen, deutlich weniger als die Gewerkschaften erwartet hatten. Die Demonstranten zogen vor das Parlamentsgebäude und skandierten immer wieder den Spruch «Hände weg von unseren Renten» und beschimpften die Abgeordneten als «Diebe» und «Lügner».

Das griechische Parlament hatte am Mittwochabend eine Anhebung des Rentenalters für Männer und Frauen im privaten Sektor von 60 auf 65 Jahre beschlossen. Kommende Woche soll diese Grenze auch für den öffentlichen Sektor verabschiedet werden.

Schlüsselmassnahme

Die Anhebung des Rentenalters gilt als Schlüsselmassnahme des im Mai beschlossenen Sparprogramms zur Sanierung des griechischen Haushalts. Das Sparprogramm war eine der Voraussetzungen für die Hilfen aus der Eurozone und vom Internationalen Währungsfonds (IWF) für das hochverschuldete Land.

SDA/sam

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch