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«Wir streiten hart, dann feiern wir und betrinken uns»

Ein Teenager, der eine katalanische Fahne um die Schultern trägt, hängt in Barcelona Plakate auf, die für die Unabhängigkeit werben. Foto: Paco Freire (Getty Images)

Der Konflikt zwischen der spanischen Regierung und den Befürwortern der katalanischen Unabhängigkeit verschärft sich fast täglich. Wie sähe eine Lösung aus?

Vorerst wird es am 21. Dezember Neuwahlen geben, allerdings mit der spanischen Regierung als Organisatorin und Dirigentin.

Bei den letzten Regionalwahlen gewannen die sezessionistischen Parteien 48 Prozent der Stimmen. Die Verfechter der Unabhängigkeit haben nicht gewonnen, sondern knapp verloren.

Stimmt sie denn nicht?

Sie befürworten ein souveränes Katalonien.

«Meine kulturelle Identität wird durch Spanien verfinstert.»

Gestern haben sich mehrere ehemalige katalanische Regierungsmitglieder der spanischen Justiz gestellt. Der abgesetzte Präsident Carles Puigdemont hingegen ist nach Belgien geflüchtet. Ist er ein Feigling?

Wären Sie damit einverstanden, dass Katalonien bei Spanien bleibt, wenn es dafür mehr Autonomie zugesprochen erhält? Die Region hat ja jetzt schon weitgehende Autonomierechte.

Katalanisch ist als Nationalsprache akzeptiert. Sie haben eine eigene Polizei, eigene Schulen, ein eigenes Gesundheitssystem. Weshalb wollen Sie Spanien verlassen?

Sie könnten es als Privileg betrachten, zwei Kulturen anzugehören.

Spaniens Verfassung verbietet die Abspaltung einzelner Regionen, und diese Verfassung wurde auch in Katalonien angenommen.

«Wenn ein Gesetz den Mond zu Käse erklärt, bleibt er doch der Mond.»

Das Unabhängigkeitsreferendum war dennoch illegal.

Spanien gilt international als Demokratie und Rechtsstaat. Laut einer Rangliste der britischen Zeitschrift «Economist» ist es eines von weltweit 24 Ländern, in denen volle Demokratie herrscht.

Bitte.

Trotzdem stehen Sezessionsbestrebungen im Zeichen eines Nationalismus, der in der globalisierten Welt obsolet wirkt.

Die nationalen Haftbefehle auf spanischer Ebene sollen bestehen bleiben: Carles Puigdemont erwartet die  Kandidatenliste für die katalanischen Regionalwahlen. (25. November 2017)
Stellt sich der Polizei: Carles Puigdemont an einer Medienkonferenz in Brüssel. (31. Oktober 2017)
Am Sonntag haben in Barcelona Hunderttausende Menschen gegen eine Unabhängigkeit Kataloniens demonstriert. (8. Oktober 2017)
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Falls Katalonien unabhängig wird, gehört es automatisch nicht mehr zur EU und müsste ein Beitrittsgesuch stellen. Darauf wird Spanien von seinem Vetorecht Gebrauch machen. Die Vorstellung eines souveränen Katalonien innerhalb der EU ist eine Illusion.

Statt die Souveränität zu gewinnen, hat Katalonien den Autonomiestatus verloren. Den Anführern der Unabhängigkeitsbewegung drohen lange Haftstrafen. Das Resultat ihrer Bemühungen ist ein einziges Desaster.

Was genau meinen Sie mit Bande von Mafiosi?

Sie bestätigen das Klischee, wonach sich Katalanen gerne als unschuldige Opfer sehen.

«Europa müsste politischen Druck auf Spanien ausüben, damit es seine imperiale Haltung aufgibt.»

Könnte in Katalonien eine terroristische Gruppierung entstehen wie die ETA?

Die Weltöffentlichkeit und die internationale Presse stehen der katalanischen Unabhängigkeit ablehnend gegenüber. Haben alle unrecht und die Katalanen haben als einzige recht?

Der peruanische Literaturnobelpreisträger Mario Vargas Llosa, der auch den spanischen Pass ­besitzt, hat kürzlich geschrieben: «Die Befürworter der Unabhängigkeit sind gegenüber der Vernunft taub und blind.»

Ist das Ihr einziger Kommentar?

Beeinflusst der sogenannte Franquismo die Beziehungen zwischen Spanien und Katalonien bis heute?

Können Sie Beispiele nennen?

In einer Situation, wie sie heute in Katalonien herrscht, gehen ­langjährige Freundschaften in die Brüche. Haben Sie das auch erlebt?