Zum Hauptinhalt springen

«Freiheit für Julian Assange!»

Am Wochenende wurde in mehreren Ländern für die Freilassung des Wikileaks-Gründer demonstriert. Die Festnahme des 39-Jährigen sei eine Verschwörung, um Wikileaks mundtot zu machen, hiess es.

Deutliche Forderung: In Madrid verlangen Demonstranten die sofortige Freilassung von Julian Assange.
Deutliche Forderung: In Madrid verlangen Demonstranten die sofortige Freilassung von Julian Assange.
Keystone

In Madrid und in anderen spanischen Städten wie Barcelona, Valencia und Sevilla gingen am Samstagabend Hunderte Wikileaks-Unterstützer auf die Strasse. Sie skandierten «Freiheit für Assange!» und forderten, das Recht auf Informationsfreiheit zu achten. Ähnliche Demonstrationen gab es in Assanges Heimat Australien sowie in mehreren Städten in Lateinamerika.

Assange hatte sich am vergangenen Dienstag in London der Polizei gestellt und war festgenommen worden, nachdem Schweden ihn unter dem Vorwurf sexueller Vergehen mit EU-weitem Haftbefehl gesucht hatte.

Überraschende Rückendeckung

In den Niederlanden wurde am Wochenende ein weiterer Wikileaks- Sympathisant festgenommen. Dem 19-Jährigen werde vorgeworfen, einen Angriff auf die Website der Staatsanwaltschaft in Den Haag organisiert zu haben, bestätigte die Polizei am Sonntag. Damit wollte er vermutlich Rache nehmen für die kürzliche Festnahme eines 16-jährigen Holländers, der an Cyberattacken auf Mastercard und Visa beteiligt gewesen sein soll.

Überraschende Unterstützung erhielt Wikileaks am Wochenende aus Frankreich und Norwegen. Die linksliberale Pariser Zeitung «Libération» erklärte ihren Lesern, sie werde sich im Namen der Informationsfreiheit als «Internet-Spiegel» für das Wikileaks-Archiv zur Verfügung stellen.

Auch die norwegische Zeitung «Dagsvisen» reihte sich in den Unterstützerkreis ein. Sie bietet ebenfalls ein Abbild der Wikileaks- Website an.

Weitere Veröffentlichungen

Die Veröffentlichung von US-Diplomatendepeschen, die Wikileaks zugespielt wurden, ging auch am Wochenende weiter. So berichtete die Zeitung «El País» unter Berufung auf diese Papiere, dass die USA die spanische Region Katalonien mit ihrer Hauptstadt Barcelona für eine der wichtigsten Operationsbasen radikaler Islamisten im Mittelmeerraum halten. Aus diesem Grund betrieben die USA seit zwei Jahren ein grosses Spionagezentrum in ihrem Konsulat in Barcelona.

Den Vatikan sehen die USA laut Wikileaks als ein konservatives und «veraltetes Machtgefüge» mit einem schlechten internen Kommunikationssystem. Kardinalstaatsekretär Tarcisio Bertone sei ein Ja-Sager und spreche «nur italienisch», Pressechef Federico Lombardi hingegen besitze zwar als einziger einen Blackberry, habe aber dafür keinen direkten Draht zu Papst Benedikt XVI., zitierte der Mailänder «Corriere della Sera» aus den US-Dokumenten.

SDA/ dapd/pbe

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch