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Frankreichs langer Arm nach Afrika

Die aktuellen Wirren in der Elfenbeinküste erinnern die Franzosen an ihre Politik in Afrika – an «Françafrique». In einem Dokumentarfilm reden einige Hauptakteure zum ersten Mal über trübe Methoden.

Wenn es in Afrika brennt, zumal in den frankofonen Ländern im Nordwesten des Kontinents wie derzeit in der Elfenbeinküste, dann richtet sich der Blick der Afrikaner schnell und argwöhnisch auf die frühere Metropole: Was sagt Paris? Wen stützen die Franzosen? Und wie agieren die Berater des französischen Präsidenten, die allein für die afrikanischen Dossiers abbestellt sind? Dafür gibt es in einem Nebenbau des Elysée-Palasts eine diskrete «Zelle» mit hundert Mitarbeitern – «La Cellule Afrique». Seit fünfzig Jahren schon. Sie operiert parallel zum Aussenministerium, manchmal auch konträr zu diesem, oft mysteriös.

Die «Zelle» bestimmte seit der Unabhängigkeit der ehemaligen Kolonien in Afrika nicht nur Frankreichs Aussenpolitik zu diesen Ländern, sondern auch deren Innenpolitik. Und sie tat das in der Vergangenheit mit allen Mitteln, auch mit wüsten und undemokratischen, mit Putschen, politischen Morden und Einsätzen von Söldnertruppen – alles im Namen der sakrosankten französischen Staatsräson. Ein zweiteiliger Dokumentarfilm des Journalisten Patrick Benquet, «Françafrique», den France 2 in diesen Tagen ausgestrahlt hat, zeigt zum ersten Mal die Logik und Organisation jenes einst geheimen Systems auf, das auf Charles de Gaulle zurückgeht.

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