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Frankreichs gestörte Sonntagsruhe

Die linke Regierung in Paris plant eine «Entfesselung» der Wirtschaft. Für die Liberalisierung der Sonntagsarbeit erntet sie einen Sturm der Entrüstung im eigenen Lager.

Die Mehrheit der Franzosen möchte auch sonntags einkaufen. Andrang bei den Galeries Lafayette. Foto: Jacques Brinon (Keystone)
Die Mehrheit der Franzosen möchte auch sonntags einkaufen. Andrang bei den Galeries Lafayette. Foto: Jacques Brinon (Keystone)

Wie heilig ist er denn noch, der Sonntag? Wenn man der Debatte folgt, die Frankreich gerade bewegt, dann ist ­zumindest die kommerzielle Sonntagsruhe noch heilig im Land – und das längst nicht nur bei den Kirchgängern. Als Ketzer steht dabei ein junger Mann da, der seit August das Amt des Wirtschaftsministers bekleidet und nun eine sonntägliche Tradition reformieren möchte: Emmanuel Macron, 36 Jahre alt. Der Absolvent der Eliteschule Ena und frühere Privatbanker bei Rothschild gibt einem neuen Gesetz den Namen, der «Loi Macron», mit dem der lahmenden französischen Wirtschaft über mehrere Deregulierungen und Privatisierungen neues Leben eingehaucht, Fesseln und Riemen gelockert werden sollen. Dazu gehört auch eine Liberalisierung der Sonntagsarbeit. Der Paragraf dazu ist gar das Paradestück und gleichzeitig der zentralste Streitpunkt des Reformpakets. Macron wusste, was ihn erwarten würde. Er sagt es so: «Würde man in unserem Land mit dem Handeln jedes Mal warten, bis Applaus aufkommt, brächte man gar nichts zustande.»

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