4000 Brücken in Frankreich weisen Mängel auf

Zahrleiche Brücken im westlichen Nachbarland sind reparaturbedürftig. Die Regierung sieht aber «keine Notlage».

«Keine Notlage»: Die Pont Neuf in der südfranzösischen Stadt Toulouse. (Juni 2016)

«Keine Notlage»: Die Pont Neuf in der südfranzösischen Stadt Toulouse. (Juni 2016) Bild: Frédéric Scheiber/Keystone

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Trotz Mängeln an Frankreichs Brücken sieht die Regierung keine Einsturzgefahr wie in Genua. Es gebe «keine Notlage», versicherte Regierungssprecher Benjamin Griveaux am Mittwoch nach der ersten Kabinettssitzung nach der Sommerpause. Nötig seien grösstenteils «kleinere Bauarbeiten». Diese müssten allerdings so schnell wie möglich erfolgen, damit sich die Bausubstanz nicht weiter verschlechtere.

Ein Expertenbericht im Auftrag der Regierung hatte kürzlich ergeben, dass rund 4000 Brücken in Frankreich reparaturbedürftig sind. Davon weisen sieben Prozent ernste Mängel auf. Experten kritisieren, dass die Regierung seit Jahren zu wenig Geld in die Infrastruktur investiert.

«Die französische Situation kann in keiner Weise mit der italienischen verglichen werden», betonte dagegen Griveaux unter Berufung auf einen Bericht von Verkehrsministerin Élisabeth Borne an den Ministerrat.

Private Betreiber kassieren Gebühren

Die Zahlen zu maroden Brücken betreffen nur das staatliche Strassennetz – in Frankreich wird der Grossteil der Autobahnen von privaten Betreibern bewirtschaftet, die Maut kassieren. Die eingestürzte Brücke in Genua wurde durch den privaten Infrastrukturkonzern Atlantia verwaltet. Bei dem Einsturz kamen 43 Menschen ums Leben.

Bei der Pariser Kabinettssitzung ging es auch um weitere Reformen. Präsident Emmanuel Macron wolle das Tempo beibehalten, sagte Griveaux. Ab September sind unter anderem Vorschläge zum Kampf gegen Armut und gegen das Defizit der staatlichen Krankenhäuser geplant. (fal/afp)

Erstellt: 22.08.2018, 18:05 Uhr

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