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Frankreich will Asylbewerber von der «Aquarius» aufnehmen

Die Odyssee des Flüchtlings-Rettungsschiffs auf dem Weg nach Spanien geht weiter. Wegen schlechten Wetters musste es die Route ändern.

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Zuerst traf das italienische Marineschiff «Dattilo» mit über 200 Flüchtlingen an Bord in Valencias Hafen ein. (17. Juni 2018)
Zuerst traf das italienische Marineschiff «Dattilo» mit über 200 Flüchtlingen an Bord in Valencias Hafen ein. (17. Juni 2018)
Pau Barrena, AFP
Journalisten warten in Valencia auf die Ankunft der Flüchtlinge
Journalisten warten in Valencia auf die Ankunft der Flüchtlinge
Pau Barrena, AFP
Die Odyssee der «Aquarius» dauerte neun Tage.
Die Odyssee der «Aquarius» dauerte neun Tage.
Karpov/SOS Mediterranee, Reuters
Mindestens 80 Flüchtlinge mussten behandelt werden, weil sie seekrank wurden.
Mindestens 80 Flüchtlinge mussten behandelt werden, weil sie seekrank wurden.
Karpov/SOS Mediterranee, Reuters
Frankreich sei bereit, Passagiere des Schiffs aufzunehmen, «die den Kriterien des Asylrechts entsprechen», teilte das Pariser Aussenministerium mit.
Frankreich sei bereit, Passagiere des Schiffs aufzunehmen, «die den Kriterien des Asylrechts entsprechen», teilte das Pariser Aussenministerium mit.
Karpov/SOS Mediterranee, Reuters
Zuletzt teilte das Aussenministerium mit, Frankreich sei bereit, Passagiere des Schiffs aufzunehmen.
Zuletzt teilte das Aussenministerium mit, Frankreich sei bereit, Passagiere des Schiffs aufzunehmen.
Karpov/SOS Mediterranee, Keystone
Das Flüchtlingsschiff Aquarius trat mit 106 Menschen an Bord die Reise nach Spanien an. Die restlichen 523 sind laut Ärzten ohne Grenzen je an ein Schiff der italienischen Küstenwache und der italienischen Marine übergeben worden.
Das Flüchtlingsschiff Aquarius trat mit 106 Menschen an Bord die Reise nach Spanien an. Die restlichen 523 sind laut Ärzten ohne Grenzen je an ein Schiff der italienischen Küstenwache und der italienischen Marine übergeben worden.
Tony Gentile, Reuters
«Italien kann keine heuchlerischen Lektionen von Ländern akzeptieren, die bei Einwanderungsfragen den Kopf wegdrehen», sagte Innenminister Matteo Salvini von der fremdenfeindlichen Lega. Er fordert eine offizielle Entschuldigung des französischen Präsidenten Emmanuel Macron.
«Italien kann keine heuchlerischen Lektionen von Ländern akzeptieren, die bei Einwanderungsfragen den Kopf wegdrehen», sagte Innenminister Matteo Salvini von der fremdenfeindlichen Lega. Er fordert eine offizielle Entschuldigung des französischen Präsidenten Emmanuel Macron.
Ettore Ferrari/Ansa/AP, Keystone
Die Aquarius nahm Hunderte Flüchtlinge auf, die gerettet worden waren.
Die Aquarius nahm Hunderte Flüchtlinge auf, die gerettet worden waren.
Kenny Karpov/SOS Méditerranée via AP, AFP
Spanien hatte sich bereit erklärt, die 629 Flüchtlinge aufzunehmen. (11. Juni 2018)
Spanien hatte sich bereit erklärt, die 629 Flüchtlinge aufzunehmen. (11. Juni 2018)
Kenny Karpov/SOS Méditerranée via AP, Keystone
Erstmals hatte Italien einem Rettungsschiff mit Flüchtlingen die Einfahrt in einen Hafen verwehrt.
Erstmals hatte Italien einem Rettungsschiff mit Flüchtlingen die Einfahrt in einen Hafen verwehrt.
Kenny Karpov/SOS Méditerranée via AP, Keystone
Italien wollte beweisen, dass in der Migrationskrise künftig eine harte Hand gezeigt wird.
Italien wollte beweisen, dass in der Migrationskrise künftig eine harte Hand gezeigt wird.
Kenny Karpov/SOS Méditerranée via AP, Keystone
Die Aquarius von Ärzte ohne Grenzen und SOS Méditerranée harrte am Montag weiter im Mittelmeer zwischen Italien und Malta aus.
Die Aquarius von Ärzte ohne Grenzen und SOS Méditerranée harrte am Montag weiter im Mittelmeer zwischen Italien und Malta aus.
Kenny Karpov/SOS Méditerranée via AP, Keystone
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Frankreich will Schutzsuchende vom Rettungsschiff «Aquarius» aufnehmen, das derzeit auf dem Weg nach Spanien ist. Das bot Aussenminister Jean-Yves Le Drian am Donnerstag in einem Gespräch mit seinem spanischen Amtskollegen Josep Borrell an.

Frankreich sei bereit, Passagiere des Schiffs aufzunehmen, «die den Kriterien des Asylrechts entsprechen», teilte das Pariser Aussenministerium mit.

Odyssee geht weiter

Wegen schlechten Wetters und bis zu vier Meter hohen Wellen musste das Schiff seine Route auf dem Weg ins spanische Valencia ändern.

Mindestens 80 ohnehin erschöpfte Flüchtlinge mussten behandelt werden, weil sie seekrank waren, wie die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen mitteilte. Die «Aquarius», die mit zwei italienischen Schiffen Kolonne fährt, befand sich am Donnerstag nahe der Ostküste Sardiniens.

40 Flüchtlinge weiterhin auf US-Marineschiff

Das weitere Schicksal von rund 40 Flüchtlingen und Migranten, die am Dienstag von einem Schiff der US-Marine vor der libyschen Küste gerettet wurden, ist unterdessen weiter unklar.

Die «Trenton» sei vor Augusta in Sizilien und sie werde «hoffentlich» die Bewilligung für die Einfahrt bekommen, erklärte der Sprecher der Internationalen Organisation für Migration (IOM), Flavio Di Giacomo, auf Twitter.

Zwölf Leichen, die die US-Marine bei der Rettungsaktion im Wasser treiben gesehen habe, habe sie dort zurückgelassen, sagte eine Navy-Sprecherin. Es seien keine Toten an Bord der «Trenton» gebracht worden. Zuvor war spekuliert worden, dass die Leichen über Bord geworfen worden seien, weil es keine Kühlzellen auf dem Schiff gebe.

Salvini gegen Seenotretter

Nicht nur für die Hilfsorganisationen ist unklar, wie es mit der Seenotrettung im Mittelmeer weitergeht, seit Italien der «Aquarius» erstmals die Einfahrt in einen Hafen verwehrt hatte. Das Schiff mit mehr als 600 Menschen an Bord war zwei Tage lang zwischen Malta und Sizilien blockiert.

Italiens neue populistische Regierung, allen voran Innenminister Matteo Salvini von der fremdenfeindlichen Lega, will die Ankünfte von Flüchtlingen und Migranten in Italien weiter reduzieren und private Seenotretter aus dem Meer verbannen.

Lange Überfahrt

Noch ist unklar, wann genau die «Aquarius» den spanischen Hafen erreicht. Samstagabend oder Sonntagmorgen könnte es soweit sein. «Sie sind seit Tagen auf See, auf einer langen und absurden Überfahrt nach Spanien», sagte Claudia Lodesani, Präsidentin von Ärzte ohne Grenzen in Italien, laut Mitteilung.

Die insgesamt rund 630 Flüchtlinge, von denen sich 106 auf der «Aquarius» und mehr als 520 auf den anderen beiden Schiffen befinden, waren am Wochenende aus Seenot gerettet worden. Auf der «Aquarius» sind auch 10 Kinder.

Ankunft der «Aquarius»: Valencias Regionalpräsident Ximo Puig und Spaniens stellvertretende Premierministerin Carmen Calvo während einer Pressekonferenz in Valencia. (14. Juni 2018) Bild: AFP/Jose Jordan
Ankunft der «Aquarius»: Valencias Regionalpräsident Ximo Puig und Spaniens stellvertretende Premierministerin Carmen Calvo während einer Pressekonferenz in Valencia. (14. Juni 2018) Bild: AFP/Jose Jordan

Weil es in der Nacht auf dem Aussendeck zu gefährlich geworden war, hatten sich auch die Männer ins Innere des Schiffs begeben müssen. Dort ist eigentlich nur ein Raum für Frauen und Kinder vorgesehen.

Spanien will die Geretteten wie alle anderen Flüchtlinge behandeln, sagte Innenminister Fernando Grande-Marlaska am Donnerstag in einem Radiointerview. «Sie werden so behandelt werden, wie alle Flüchtlinge, die bei uns etwa auf Booten eintreffen.» Jeder Fall werde einzeln geprüft.

(SDA)

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