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Flüchtlinge stecken in Slowenien fest

Tausende Menschen warten auf die Einreise nach Slowenien. Ungarn meldet derweil einen drastischen Rückgang der Flüchtlingszahlen.

«Wir müssen uns beeilen, aber ohne Panik», sagt Tusk: Der senegalesische Präsident Macky Sall, EU-Ratspräsident Donald Tusk und der maltesische Premier Joseph Muscat (v.l) am EU-Sondergipfel.
«Wir müssen uns beeilen, aber ohne Panik», sagt Tusk: Der senegalesische Präsident Macky Sall, EU-Ratspräsident Donald Tusk und der maltesische Premier Joseph Muscat (v.l) am EU-Sondergipfel.
Keystone
Die Kälte der Nacht: Flüchtlinge versuchen sich in Griechenland draussen am Feuer zu wärmen. (9. November 2015)
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AFP
Aufbruch: Eine grosse Gruppe von Flüchtlingen verlässt Budapest. (4. September 2015)
Aufbruch: Eine grosse Gruppe von Flüchtlingen verlässt Budapest. (4. September 2015)
AP
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Seit dem Wochenende ist Slowenien der neue Brennpunkt in der Flüchtlingskrise. Nachdem Ungarn seine Grenze zu Kroatien abgeriegelt hatte, kommen jetzt Tausende über den neuen Weg. Budapest meldet bereits einen drastischen Rückgang der Flüchtlingszahlen. Derweil kämpft Slowenien mit dem Ansturm. Das kleine Euro- und Schengenland kann nach eigenen Angaben nur bis zu 2500 Flüchtlinge pro Tag aufnehmen.

Allein 40 Busse warteten am Sonntagmittag in Serbien an der Grenze zu Kroatien auf die Einreise. Auf der anderen Seite im kroatischen Erstaufnahmelager Opatovac standen 50 Autobusse mit Flüchtlingen, die auf ihren Weitertransport in Richtung Slowenien hofften. Die kroatische Zeitung «Juntarnji list» sprach bereits von einem «Flüchtlingspfropfen». Am Samstag waren über 6400 Flüchtlinge in Kroatien angekommen, wie das Innenministerium meldete.

140'000 Menschen zur Grenze gebracht

Ungarn hatte am frühen Samstagmorgen mit einem massiven Polizeiaufgebot seine Grenze zu Kroatien abgesperrt. Der illegale Grenzübertritt ist für Flüchtlinge nun auch auf diesem Abschnitt strafbar.

Nach Angaben des kroatischen Innenministeriums wurden allein in den vergangenen vier Wochen 140'000 Menschen zur ungarischen Grenze gebracht. Schon vor einem Monat hatte Budapest die rund 175 Kilometer lange Grenze zu Serbien mit einem Grenzzaun abgeriegelt.

Ungarns Regierungssprecher Zoltan Kovacs und Sicherheitsberater György Bakondi zeigten sich am Sonntag zufrieden mit der Grenzschliessung. Es habe in den letzten 24 Stunden keine besonderen Vorkommnisse gegeben. Die starke Polizei- und Militärpräsenz sei aber weiter notwendig.

Nur vier Asylgesuche in Slowenien

Da es sich bei der Grenze Sloweniens zu Kroatien um eine Aussengrenze des visafreien Schengen-Raumes handelt, hinter der der freie Reiseverkehr gilt, werden alle hier eintreffenden Flüchtlinge registriert. Von Samstag bis Sonntagmittag kamen rund 5000 Menschen in Slowenien an, wie die Behörden berichteten.

Nur vier von ihnen hätten auch Asyl beantragt. Alle anderen wollten nach Österreich und Deutschland weiterreisen. Bis Sonntagmittag hatten etwa 1000 Flüchtlinge den Grenzübergang Spielfeld im österreichischen Bundesland Steiermark überquert.

Neue Balkanroute

Die neue Balkanroute aus Richtung der Türkei, Mazedonien, Serbien und Kroatien sieht jetzt so aus: Von der kroatischen Gemeinde Tovarnik an der Grenze zu Serbien werden die Flüchtlinge mit Zügen und Bussen an die beiden Übergänge Macelj und Mursko Sredisce gebracht. Von dort geht es weiter nach Österreich und gegebenenfalls nach Deutschland.

Allein in den vergangenen vier Wochen seien 193'668 Flüchtlinge auf diesem Reiseweg gezählt worden, teilte das kroatische Innenministerium mit.

Über 20 Flüchtlinge in Ägäis ertrunken

In der Ägäis ertranken am Wochenende mehr als 20 Flüchtlinge. Zwölf Menschen seien am Samstag ums Leben gekommen, als ihr Boot auf dem Weg zur griechischen Insel Lesbos gesunken sei, meldete die türkische Nachrichtenagentur Anadolu. Eine Frau und drei Kinder kamen nach Angaben der Küstenwache beim Kentern ihres Bootes vor der Insel Kalymnos ums Leben.

Am Sonntag holten ein Schiff der Küstenwache und ein Segelboot vor der Insel Kastellorizo vier Leichen aus dem Wasser, darunter zwei Kinder und ein Baby. Ein achtjähriger Junge aus dem Irak, der bei der Überfahrt ins Wasser gefallen war, wurde auf Farmakonissi für tot erklärt.

In diesem Jahr ertranken nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) bereits fast 300 Flüchtlinge in der Ägäis. Tödliche Bootsunglücke ereignen sich dort fast jeden Tag.

(SDA)

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