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Ex-Doppelagent darf Spital verlassen

Sergei Skripal, der Russe, der vor über zwei Monaten mit dem Nervenkampfstoff Nowitschok angegriffen wurde, ist aus dem Spital entlassen worden.

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Der vergiftete ehemalige russische Doppelagent Sergei Skripal durfte nach mehr als zwei Monaten nach der Giftattacke das Salisbury District Hospital verlassen.
Der vergiftete ehemalige russische Doppelagent Sergei Skripal durfte nach mehr als zwei Monaten nach der Giftattacke das Salisbury District Hospital verlassen.
Keystone
Ermittler in Schutzanzügen bei der Spurensicherung am Tatort in Salisbury. (6. März 2018)
Ermittler in Schutzanzügen bei der Spurensicherung am Tatort in Salisbury. (6. März 2018)
Steve Parsons, Keystone
Die Polizei untersucht über 200 Beweisstücke.
Die Polizei untersucht über 200 Beweisstücke.
Daniel Leal-Olivas, AFP
Spezialkräfte der britischen Armee verhüllen nach dem Giftanschlag einen Krankenwagen.
Spezialkräfte der britischen Armee verhüllen nach dem Giftanschlag einen Krankenwagen.
Daniel Leal-Olivas, AFP
Dazu tragen sie spezielle Schutzbekleidung.
Dazu tragen sie spezielle Schutzbekleidung.
Andrew Matthews/PA/AP, Keystone
Hier werden die beiden Vergifteten behandelt: Spital von Salisbury. (Archivbild)
Hier werden die beiden Vergifteten behandelt: Spital von Salisbury. (Archivbild)
Tim Ockenden, AFP
Spuren von Nervengift: Ein Polizist bewacht ein Pub in Salisbury.
Spuren von Nervengift: Ein Polizist bewacht ein Pub in Salisbury.
Daniel Leal-Olivas, AFP
Augenmerk legten die Ermittler auch auf das Zizzi Restaurant, das neben dem Tatort liegt.
Augenmerk legten die Ermittler auch auf das Zizzi Restaurant, das neben dem Tatort liegt.
Steve Parsons, Keystone
Wurde geschlossen und untersucht: Die Pizzeria Zizzi in der Nähe, die mit dem Fall zu tun haben könnte.
Wurde geschlossen und untersucht: Die Pizzeria Zizzi in der Nähe, die mit dem Fall zu tun haben könnte.
Steve Parsons, AFP
Der Ex-Spion Sergei Skripal wurde kurz vor dem Anschlag von einer Überwachungskamera gefilmt.
Der Ex-Spion Sergei Skripal wurde kurz vor dem Anschlag von einer Überwachungskamera gefilmt.
ITN/AP, Keystone
Abgesperrter Tatort: Skripal wurde auf einer Parkbank vor einem Einkaufszentrum gefunden.
Abgesperrter Tatort: Skripal wurde auf einer Parkbank vor einem Einkaufszentrum gefunden.
AFP
Vorsichtsmassnahme: Die Polizei sperrte das Gebiet um den Tatort für die Öffentlichkeit ab.
Vorsichtsmassnahme: Die Polizei sperrte das Gebiet um den Tatort für die Öffentlichkeit ab.
Steve Parsons, AFP
2006 vor einem russischen Militärgericht: Sergei Skripal bespricht sich mit seiner Anwältin.
2006 vor einem russischen Militärgericht: Sergei Skripal bespricht sich mit seiner Anwältin.
Yury Senatorov, Keystone
Liudmila Skripal, die Frau des Ex-Spions, ist im London-Road-Friedhof in Salisbury begraben. (7. März 2018)
Liudmila Skripal, die Frau des Ex-Spions, ist im London-Road-Friedhof in Salisbury begraben. (7. März 2018)
Matt Dunham, Keystone
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Der vergiftete ehemalige russische Doppelagent Sergej Skripal ist aus dem Spital in Salisbury entlassen worden. Das teilte die Klinik am Freitag mit. «Das ist ein wichtiger Meilenstein in seiner Genesung, die nun ausserhalb des Hospitals stattfinden wird», sagte eine Mitarbeiterin des Salisbury District Hospitals der Mitteilung zufolge.

Detaillierte Angaben über den Gesundheitszustand und mögliche Folgeschäden für Sergej Skripal machte das Spital nicht. Auch über den künftigen Aufenthaltsort des 66-Jährigen wurde zunächst nichts bekannt.

Skripal und seine Tochter Julia waren am 4. März in der südenglischen Kleinstadt bewusstlos auf einer Parkbank entdeckt worden. Sie wurden Untersuchungen zufolge mit einer geringen Menge des Nervengifts Nowitschok in flüssiger Form vergiftet. Spuren davon wurden an Orten entdeckt, die sie besucht hatten. Die höchste Konzentration stellten Experten an einer Türklinke am Wohnhaus des Ex-Spions fest.

Tochter an sicherem Ort

Julia Skripal wurde schon am 10. April aus dem Spital entlassen und befindet sich nach Angaben der britischen Behörden an einem sicheren Ort. Den Kontakt zu einer Cousine in Russland und zur russischen Botschaft in London lehnte sie ab, wie aus einer von Scotland Yard verbreiteten Mitteilung hervorging. Die diplomatische Vertretung zweifelt die Echtheit des Schreibens an.

Nowitschok war einst in der Sowjetunion produziert worden. Der Stoff war aber auch im Westen bekannt. London bezichtigt Moskau, hinter der Tat zu stecken. Der Kreml weist das zurück.

Schwere diplomatische Krise

Das Attentat löste eine schwere diplomatische Krise aus. Zahlreiche Diplomaten wurden auf beiden Seiten ausgewiesen. Grossbritannien lässt nun mehr als ein Dutzend Todesfälle von Kreml-Kritikern und Ex-Spionen im Land erneut untersuchen.

Mit der Aufklärung des Mordversuchs an den Skripals beschäftigte sich auch die Organisation für ein Verbot der Chemiewaffen (OPCW) in Den Haag. Sie liess Blutproben der Opfer und das verwendete Gift in unabhängigen Labors analysieren und bestätigte in einem Report die Ergebnisse britischer Experten. Die OPCW äusserte sich aber nicht dazu, woher das Gift kam und wer für den Anschlag verantwortlich ist.

Nowitschok ist ein extrem gefährliches Nervengift. Toxikologen halten chronische Folgen und erst später auftretende Schäden für möglich.

Skripal hatte früher für den russischen Militärgeheimdienst GRU gearbeitet und dem britischen MI6 Informationen weitergeleitet. 2004 flog er auf. Er wurde in Russland zu 13 Jahren Lagerhaft verurteilt. Bei einem Gefangenenaustausch kam er 2010 nach Grossbritannien.

(SDA)

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