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Ex-Armeechef Jugoslawiens steht vor Gericht

Vor dem Uno-Tribunal für das ehemalige Jugoslawien hat der Prozess gegen den früheren jugoslawischen Generalstabschef Momcilo Perisic begonnen.

Perisic ist in 13 Punkten angeklagt, darunter wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Staatsanwalt Mark Harmon bezeichnete Perisic zum Auftakt als einen der überzeugtesten Anhänger und wichtigsten Mitarbeiter des früheren serbischen Präsidenten Slobodan Milosevic. Er habe dessen Politik «treu und ohne Einschränkungen» ausgeführt.

«General Perisic hat Anordnungen und Befehle erlassen», sagte Harmon. Ausserdem habe er der serbischen Armee in Bosnien grosse Mengen Waffen besorgt. Der 64-Jährige war von 1993 bis 1998 Generalstabschef der jugoslawischen Armee.

Sarajevo, Srebrenica, Zagreb

Perisic wird unter anderem eine Mitverantwortung für die Belagerung von Sarajevo vorgeworfen, während derer tausende Zivilisten durch Heckenschützen und Granaten starben. usserdem steht er wegen des Massakers an rund 8000 Muslimen in Srebrenica 1995 vor Gericht. Und er soll für Streubombenangriffe auf die kroatische Hauptstadt Zagreb im Mai 1995 verantwortlich sein.

Einige von Perisics früheren Untergebenen wurden bereits in Den Haag verurteilt. Perisic habe unter seiner Führung begangene Kriegsverbrechen weder untersucht noch bestraft und damit seine Pflicht verletzt, sagte der Staatsanwalt. Er habe ein «Umfeld der Straflosigkeit» geschaffen und seine Offiziere dazu ermutigt, Verbrechen zu begehen, «im Wissen, dass es keine Konsequenzen geben würde», sagte Harmon.

Von Milosevic geschasst

Perisic war 1998 von Milosevic entlassen worden, weil er in der Kosovo-Krise Kritik an dessen Konfrontationskurs gegenüber der Nato geübt hatte. Er schloss sich der Opposition an und nach dem Machtwechsel in Jugoslawien war er für kurze Zeit einer der stellvertretenden Ministerpräsidenten. Im März 2005 stellte er sich dem Uno-Gericht freiwillig.

Ursprünglich sollte der Prozess gegen ihn bereits am Mittwoch beginnen. Der Uno-Sicherheitsrat hatte jedoch erst am Montag das Mandat der beiden Beisitzer des Vorsitzenden Richters Bakone Moloto verlängert, so dass der Prozess vertagt werden musste.

SDA/vin

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