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Es kommt zum Gipfeltreffen zwischen Putin und Poroschenko

Überraschendes Treffen im Ukrainekonflikt: Kommende Woche wollen sich Putin und Poroschenko treffen, um eine «Stabilisierung der Lage» zu erreichen.

Auf der Suche nach einem Kompromiss? Wladimir Putin (rechts) und Petro Poroschenko.
Auf der Suche nach einem Kompromiss? Wladimir Putin (rechts) und Petro Poroschenko.
Keystone

Hoffnung auf Entspannung in der Ukraine-Krise: Der russische Präsident Wladimir Putin will seinen ukrainischen Kollegen Petro Poroschenko am 26. August in der weissrussischen Hauptstadt Minsk treffen. Das teilte der Kreml am Dienstag mit. Poroschenko bestätigte das Treffen und teilte mit, ein Hauptthema bei dem Gespräch werde «die Stabilisierung der Lage» in der Ostukraine sein. Die beiden Präsidenten hatten sich zuletzt Anfang Juni getroffen. Bei den Kämpfen zwischen prorussischen Rebellen und ukrainischen Regierungstruppen starben mittlerweile mehr als 2000 Menschen.

Putin wird dem Kreml zufolge auch Mitglieder der Europäischen Kommission und der Europäischen Zollunion treffen, zu der neben Russland auch Kasachstan und Weissrussland gehören. Bundeskanzlerin Angela Merkel will bereits am Samstag nach Kiew reisen, um dort hochrangige Politiker wie Poroschenko und Ministerpräsident Arseni Jazenjuk zu treffen. Bei den Gesprächen gehe es darum, Wege zu finden, um die Ukraine im Kampf gegen die Aufständischen zu unterstützen, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert. Es ist ihre erste Reise in die Ukraine seit Ausbruch der Krise.

Die kriegerischen Auseinandersetzungen in der Ostukraine gingen gleichzeitig unvermindert weiter: Ukrainische Regierungstruppen zogen nach Angaben von Innenminister Arsen Awakow den Belagerungsring um Donezk enger.Am Dienstag sei der Ort Ilowajsk rund 20 Kilometer östlich der Hochburg prorussischer Rebellen eingenommen worden, verkündete er auf seiner Facebook-Seite. Ein Soldat sei getötet und vier weitere Streitkräfte seien verwundet worden, als ein Freiwilligen-Bataillon beim Vormarsch unter Mörserbeschuss gekommen sei.

Unter den Verwundeten war der Kommandeur des Donbass-Bataillons, Semjon Sementschenko. Der sagte, Regierungssoldaten hätten bei Gefechten drei Kontrollpunkte der Aufständischen und vier Kampfstellungen zerstört. Die Kämpfe hielten an.

Die Bemühungen der ukrainischen Regierung, den Aufstand prorussischer Separatisten im Osten des Landes niederzuschlagen, konzentrierten sich zuletzt darauf, die grösste von Rebellen kontrollierte Stadt Donezk nach und nach einzukreisen. Freiwilligen-Bataillone spielen bei der Offensive gegen die Rebellen eine wichtige Rolle.

Die immer härter geführten Kämpfe haben nachAngaben der Vereinten Nationen mehr als 340 000 Menschen zu Flüchtlingen gemacht. Die Zahl dürfte angesichts der stetig zunehmenden Gefahr und der sich rapide verschlechternden Versorgungslage weiter steigen.

In der anderen ostukrainischen Rebellenhochburg Lugansk haben die Einwohner seit 17 Tagen weder Strom noch Wasser, Telefonleitungen sind gekappt. Vor Bäckereien, die noch Brot verkaufen, bilden sich langeSchlangen, wie die Stadtverwaltung berichtet. Die zeigte sich auch über eine zunehmende Seuchengefahr besorgt, weil Müll seit zwei Wochen nicht mehr entsorgt werde - und das bei grosser Hitze.

Unterdessen sind die ukrainische Regierung und der Westen über russische Militärbewegungen entlang der Grenze besorgt. Moskau hat erklärt, es könne innerhalb seiner Grenzen machen, was es wolle. Es lud Beobachter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE)ein, sich Aktivitäten an zwei Grenzübergängen anzusehen.

SDA/mrs

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