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«Einwanderungs- und Sozialstaat passen nicht zusammen»

Der holländische Schriftsteller Leon de Winter zweifelt am Modell der EU und dem freien Personenverkehr. Die kulturelle und religiöse Dimension der Einwanderung sei zu lange unterschlagen worden.

«Emigrieren ist ein bisschen wie sterben. Man muss sich am neuen Ort integrieren»: Leon de Winter, Autor.
«Emigrieren ist ein bisschen wie sterben. Man muss sich am neuen Ort integrieren»: Leon de Winter, Autor.
Keystone

Die Schweiz stimmt im Februar darüber ab, ob das Land die Steuerung der Einwanderung wieder in die eigene Hand nehmen und Kontingente einführen soll. Es wäre faktisch das Ende des freien Personenverkehrs mit der EU. Was halten Sie davon?

Mir hat die Idee, die Autonomie der Nationalstaaten zu beschränken, nie gefallen. Wir sind noch nicht so weit. Wir sind, nach vielen Jahrhunderten der blutigen Auseinandersetzung, immer noch daran, uns aneinander zu gewöhnen. Grenzen sind nichts Überflüssiges. Sie haben eine Funktion. Wenn man von der Schweiz nach Frankreich, von Holland nach Belgien, von Deutschland nach Polen fährt, dann merkt man sofort, dass man in eine andere Welt kommt. Die Häuser sehen anders aus. Die Leute kaufen anders ein. Sie haben ja auch eine andere Geschichte. Zu glauben, man könne über diese Unterschiede eine bürokratische Klammer spannen – das ist eine Illusion.

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