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Eine rechte Partei sorgt in Griechenland für Unbehagen

Mit dem Politiker Makis Vadoris ist ein ehemaliger rechter Aktivist in Griechenlands Koalitionsregierung eingezogen. Die neue Position seiner nationalistischen Partei LAOS schürt Ängste vor neuen Ausschreitungen.

Während Tagen herrschte Chaos: Ein Demonstranten während der Ausschreitungen von Anfangs Dezember in Athen.
Während Tagen herrschte Chaos: Ein Demonstranten während der Ausschreitungen von Anfangs Dezember in Athen.
Keystone

Auf ihrer Homepage bezeichnet sich die Populäre Orthodoxe Zusammenkunft (LAOS) als «hellenozentrische Volkspartei», welcher es um das Wohl aller unterprivilegierten Menschen ginge. Die harmlose Selbstdarstellung steht jedoch in krassem Kontrast zu den Reaktionen, welche der Einzug der kleinen Rechtsaussenpartei in Griechenlands neue Koalitionsregierung auslöste.

Während Politiker und Aktivisten aus dem linken Spektrum von einem «historischen Fehler» sprechen, diskutieren Politologen im In- und Ausland noch darüber, wo genau LAOS eingeordnet werden muss. Wie der «Guardian» berichtet, herrscht in gewissen Kreisen offenbar noch Uneinigkeit darüber, ob es sich bei der Partei um «radikal Rechte» von der Couleur der französischen Front National handelt, oder ob es sich bei der Gruppierung lediglich um eines jener «tendenziell rechter populistischen» Organe handelt, welche in der momentanen Atmosphäre Rückenwind geniessen.

Nationalistisch und xenophob

Für den Journalisten Nikos Konstandaras ist der Fall klar. Gegenüber dem Nachrichtenmagazin «EurasiaReview» meinte er, LAOS sei wohl nicht gerade wie die deutsche NPD einzustufen, doch die Partei sei sicherlich «extrem nationalistisch» von der Gesinnung her. Ähnlich sieht dies der Politexperte Manos Eleftheriadis. Die Bewegung kombiniere gewisse Standardelemente konservativer Parteien mit einer starken Tendenz zur Xenophobie.

«Diese Partei arbeitet bewusst mit den Ängsten der Menschen», so Eleftheriadis weiter. LAOS thematisiere regelmässig Problematiken wie die illegale Einwanderung, und stelle dann sogleich die abgedroschenen Verbindungen zur angeblich steigenden Kriminalität her.

Tatsächlich versieht LAOS die auf der Homepage verkündete Sorge um die Unterprivilegierten mit dem Vorzeichen, dass diese «legal» in Griechenland ansässig zu sein hätten. Auch beantragte die Partei in der neuen Regierung mehrer Male schon die Abschaffung jenes Gesetzes, welches die einfache Einbürgerung von legalen Einwanderern regelt.

Einstiger Neonazi und ein Ex-Bodybuilder

Der Erfolg von LAOS ist derweil vielen Griechen nicht geheuer. Es wird befürchtet, dass ein Mitwirken der Partei in der Koalitionsregierung weiteren Gruppierungen von Rechtsaussen den Weg pfaden könnte. Mehr noch besteht die Angst, dass die jetzige Verankerung der Partei wiederum linksxtreme Gruppierungen auf den Plan ruft; Das Schreckgespenst von weiteren Ausschreitungen in den Städten spukt durch die Köpfe.

Zum Argwohn tragen wohl auch zwei der bekanntesten Exponenten von LAOS bei, so der «Guardian». Makis Vadoris, der für die Partei ins griechische Parlament eingezogen ist, flog vor 25 Jahren als militanter Rechter von der Universität von Athen, um danach der rechten Gruppierung des eingesperrten Ex-Diktators Georgios Papadopoulos beizutreten und später mit Jean-Marie Le Pen anzubandeln.

Partei-Gründer Giorgos Karathaferis, ein ehemaliger Bodybuilder, sorgt regelmässig mit antisemitischen Bemerkungen für Furore. Während Vadoris seine Vergangenheit als Neonazi gerne als Jugendsünde abtut und sich als geläutert gibt, wettert der heutige Journalist Karathaferis in seinem kleine Privatsender offen gegen Immigranten, Kommunisten, Juden und Homosexuelle. Besonders jüdische Vereinigungen haben denn auch den Einzug der LAOS in die Koalitionsregierung als «äusserst besorgniserregend» bezeichnet. Serge Cwajgenbaum, Generalsekretär des Europäischen Jüdischen Kongresses: «Die Teilnahme dieser Partei besudelt das Image eines Landes, welches als Geburtsstätte der Demokratie bekannt ist.»

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