Zum Hauptinhalt springen

Eine Million Katholiken und eine Verhaftung

In Madrid findet diese Woche im Beisein von Papst Benedikt XVI. der Weltjugendtag statt. Gestern nahm die Polizei einen Chemiestudenten fest, der einen Anschlag auf eine Gegenveranstaltung geplant haben soll.

Der Punk als Pilger: Tausende Jugendliche versammeln sich unter starker Polizeipräsenz in Madrid zum Weltjugendtag der katholischen Kirche.
Der Punk als Pilger: Tausende Jugendliche versammeln sich unter starker Polizeipräsenz in Madrid zum Weltjugendtag der katholischen Kirche.
Keystone

Tausende junge Katholiken aus aller Welt sind gestern in Madrid zum Weltjugendtag zusammengekommen. Zu dem sechstägigen Glaubensfest hat Papst Benedikt XVI. in die spanische Hauptstadt geladen. In Madrid werden insgesamt mehr als eine Million Teilnehmer erwartet. Angemeldet sind auch über 1200 junge Leute aus der Schweiz. Dies gab der Verein bekannt, der die Reise organisiert.

Der Weltjugendtag ist das grösste internationale Treffen der katholischen Kirche. Er war von Benedikts Vorgänger Johannes Paul II. ins Leben gerufen worden und findet alle zwei bis drei Jahre statt. Für den deutschen Pontifex ist das Treffen in Madrid der dritte Weltjugendtag: Benedikt hatte bereits 2005 in Köln und 2008 in Sydney an den Festen teilgenommen.

200 Beichtstühle im Park

Offiziell eröffnet wurde das Treffen gestern Abend mit einem Gottesdienst, den der Madrider Erzbischof Antonio María Rouco Varela auf dem Cibeles-Platz im Zentrum der Stadt abhielt. Varela kritisierte den «herrschenden moralischen und spirituellen Relativismus» und rief die Jugendlichen auf, dem Weg des «demütigen, einfachen Pilgers» zu folgen.

Wenige Schritte weiter im Parque de Retiro, dem grössten Park der Stadt, standen 200 Beichtstühle in der Form eines Segels bereit. Hier sollen die Jugendlichen Priestern und Bischöfen aus aller Welt in 30 Sprachen ihre Sünden anvertrauen können.

Der Papst seinerseits will am Donnerstag nach Madrid fliegen – rund einen Monat vor seiner Visite in seinem Heimatland Deutschland, die ihn im September nach Berlin, Thüringen und Freiburg führen wird.

Proteste angekündigt

Wenige Stunden vor der Eröffnung des Madrider Treffens nahm die Polizei einen mexikanischen Chemiestudenten unter dem Verdacht fest, einen Anschlag auf eine Gegenkundgebung geplant zu haben. Der Student wollte nach Angaben der Polizei die Demonstranten mit Gasen und anderen Chemikalien angreifen.

Kritiker schätzen die Kosten der Grossveranstaltung für das in einer Wirtschaftskrise steckende Spanien auf mehr als 100 Millionen Euro. Aus diesem Grund und wegen der konservativen Ansichten des Papstes zu Homosexualität, Abtreibung und anderen gesellschaftlichen Themen haben rund 150 Gruppen für heute Abend Proteste angekündigt.

Auf dem Programm des Weltjugendtreffend stehen nicht nur Gebete und religiöse Veranstaltungen, sondern auch mehr als 300 kulturelle Aktivitäten wie Ausstellungen, Konzerte oder Theatervorstellungen. Den Höhepunkt des Treffens in Madrid wird ein Gottesdienst bilden, den der Papst am Sonntag auf dem Flugplatz Cuatro Vientos vor dem Toren der spanischen Hauptstadt abhalten wird.

Hohes Sicherheitsaufgebot

Für die Teilnahme am Weltjugendtag hatten sich mehr als 400'000 junge Leute aus aller Welt offiziell angemeldet. Letzten Endes dürften sich aber etwa dreimal so viele Menschen beteiligen, sagte Kardinal Rouco Varela. 30'000 freiwillige Helfer sollen für einen reibungslosen Ablauf des Treffens sorgen. Die wichtigsten Verkehrsachsen in der Madrider Innenstadt wurden für den Autoverkehr gesperrt.

Die spanische Polizei leitete eine der grössten Sicherheitsoperationen in der jüngeren Geschichte des Landes ein. Sie bot 10'000 Beamte auf. Einzig bei der Hochzeit des spanischen Kronprinzen Felipe mit Letizia hatte es noch grössere Sicherheitsvorkehrungen gegeben.

(SDA)

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch