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«Eine doppelte Schmach für Sarkozy»

Der Verlust der Top-Bonität hat für Frankreichs Präsident Sarkozy Auswirkungen. TA-Korrespondent Oliver Meiler spricht im Interview über seine Regierungsbilanz, die Wiederwahlchancen und die Krise in Frankreich.

Nicht mehr auf gleicher Höhe: Deutschlands Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy.
Nicht mehr auf gleicher Höhe: Deutschlands Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy.
Keystone
Zweckoptimismus: Für Finanzminister François Baroin ist die Herabstufung keine Katastrophe.
Zweckoptimismus: Für Finanzminister François Baroin ist die Herabstufung keine Katastrophe.
Keystone
Die Rechtspopulistin Marine Le Pen hat gute Umfragewerte. Es wird befürchtet, dass sie es bis in die Stichwahl schaffen könnte.
Die Rechtspopulistin Marine Le Pen hat gute Umfragewerte. Es wird befürchtet, dass sie es bis in die Stichwahl schaffen könnte.
Keystone
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Wie ist die Stimmung im Land nach der Herabstufung? Einerseits wusste man seit letztem Herbst, dass die Gefahr die Top-Bonität zu verlieren, gross war. Die Staatsschulden sind enorm gewachsen. Das Budgetdefizit ist chronisch gross. Man ist also nicht wirklich überrascht, und trotzdem war dieses Triple-A ein Mythos, der gerade von Präsident Sarkozy selber beschworen wurde. Er war es, der wiederholt vor dessen Verlust und den Folgekosten warnte. Als sich dieses Szenario aber abzeichnete, änderte er flugs die Kommunikationsstrategie. Plötzlich betonte Sarkozy, dass der Verlust der Top-Bonität in diesem Krisenumfeld möglich sein könne und hoffte insgeheim, dass es auch Deutschland treffen würde, um sagen zu können, dass die Herabstufung nichts mit seiner Wirtschaftspolitik zu tun habe. Dass Deutschland nun nicht degradiert wurde, ist für Sarkozy natürlich eine doppelte Schmach.

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