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Ein Toter bei Strassenschlachten in Athen

Bei Krawallen in der Innenstadt von Athen ist ein Demonstrant ums Leben gekommen. Der 53-jährige Mann starb kurz vor der Abstimmung über weitere Sparmassnahmen.

Machen ihrem Ärger Luft: Demonstranten in Athen. (20. Oktober 2011)
Machen ihrem Ärger Luft: Demonstranten in Athen. (20. Oktober 2011)
Keystone
Protest vor der zweiten Abstimmung zu den Sparplänen: Vermummte Demonstranten stürmten die zuvor friedliche Demonstration auf dem Athener Syntagma-Platz. (20. Oktober 2011)
Protest vor der zweiten Abstimmung zu den Sparplänen: Vermummte Demonstranten stürmten die zuvor friedliche Demonstration auf dem Athener Syntagma-Platz. (20. Oktober 2011)
Reuters
Auch Bahnpassagiere sind vom 24-Stunden-Streik betroffen: Das Bahnpersonal kündigte an, die Arbeit nur am Morgen und am Abend niederzulegen. (5. Oktober 2011)
Auch Bahnpassagiere sind vom 24-Stunden-Streik betroffen: Das Bahnpersonal kündigte an, die Arbeit nur am Morgen und am Abend niederzulegen. (5. Oktober 2011)
Keystone
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Am Rande von Protesten gegen die Sparvorhaben der griechischen Regierung haben sich Demonstranten am Donnerstag in Athen heftige Strassenschlachten geliefert. Bei den Auseinandersetzungen wurden nach offiziellen Angaben 16 Menschen verletzt, ein Mann starb später im Krankenhaus.

Die Zusammenstösse ereigneten sich auf dem Syntagma-Platz vor dem griechischen Parlament. Die Polizei ging mit Tränengas gegen die Randalierer vor. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums wurden mindestens 16 Menschen verletzt. Die Polizei bestätigte den Tod eines Mannes, machte aber keine Angaben über die Todesursache. Der etwa 50-Jährige sei mit einem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht worden, nachdem er auf der Demonstration gewesen sei. Das Krankenhaus teilte am Abend mit, dass der Mann an einem Herzstillstand gestorben sei. Als er eingeliefert worden, habe er keine Verletzungen gehabt.

Polizeiangaben zufolge gingen über 50'000 Menschen auf die Strasse. Nach Ausschreitungen am Vortag war die Polizei mit einem Grossaufgebot vor Ort. Das öffentliche Leben im Land wurde zudem am zweiten Tag in Folge durch einen Generalstreik weitgehend lahmgelegt.

Troika gibt Zahlung nicht frei

Das griechische Parlament hatte am Mittwochabend trotz der Proteste in einer Grundsatzabstimmung für eine weitere Verschärfung des Sparkurses gestimmt. Die Sparmassnahmen sind eine Voraussetzung für weitere Finanzhilfen. Ob es diese Hilfen geben wird, ist weiterhin unklar. Die Fortschritte Griechenlands bei der der Umsetzung der Sparauflagen würden weiter geprüft, sagte der IWF-Sprecher Gerry Rice. Die Auszahlung der sechsten Tranche in Höhe von acht Milliarden Euro werde aber «wahrscheinlich Anfang November» stattfinden.

Wie aus EU-Kreisen verlautete, übergab die Troika aus EU, IWF und Europäischer Zentralbank (EZB) am Mittwoch einen mit Spannung erwarteten Prüfbericht an die Regierungen der Euro-Staaten. Wie die griechische Tageszeitung «Kathimerini» berichtete, wurde die Veröffentlichung des Berichts, jedoch wegen Streits innerhalb der Troika verschoben. Demnach hält der IWF die EU-Annahmen zur künftigen Finanzlage Athens für «zu optimistisch» und plädiert für weitere Sparanstrengungen. Der griechische Finanzminister Evangelos Venizelos sprach von einem «gefährlichen» Teufelskreis, die Lage sei «sehr unsicher».

Aus dem griechischen Finanzministerium verlautete jedoch, der Bericht sei «positiv» und bezeichne die Situation als «unter Kontrolle». Zugleich fordere er «mehr Anstrengungen» und konstatiere eine «Verschärfung der Rezession».

AFP/rub/wid/mrs

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