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Ein Sozialdemokrat mit Ecken und Kanten

Zoran Milanovic wird neuer Präsident von Kroatien. Er gilt als unbestechlich – ein Plus im korrupten Land.

Zoran Milanovic feiert sein Ergebnis in Zagreb. (5. Januar 2020) Bild: Marko Djurica/Reuters
Zoran Milanovic feiert sein Ergebnis in Zagreb. (5. Januar 2020) Bild: Marko Djurica/Reuters

Der voraussichtlich neue kroatische Präsident Zoran Milanovic (lesen Sie hier die Meldung) ist nicht unbedingt ein Schönwetter-Politiker. Man sieht ihn selten lächeln, sein Humor kann beissend sein, seine Art ist spröde und kantig.

Der Slogan «Ein Präsident mit Charakter», mit dem er seine Kandidatur fürs höchste Staatsamt im Lande bewerben liess, trifft in dieser Hinsicht gewiss zu.

Zugleich gilt der 53-jährige Milanovic als zäh, zielstrebig und – ein Alleinstellungsmerkmal im korrupten politischen Umfeld Kroatiens – als unbestechlich. So eroberte der studierte Jurist und ehemalige Aussenministeriumsbeamte, den seine Kritiker allerdings für beratungsresistent halten, immer wieder unerwartet politische Spitzenämter.

So wurde er 2007 Vorsitzender der Sozialdemokratischen Partei Kroatiens (SDP). 2011 führte er seine Partei zu einem Wahlsieg und wurde Ministerpräsident. In seine Amtszeit fiel die grosse Flüchtlingswanderung des Jahres 2015. Mit dem ungarischen Regierungschef Viktor Orban lieferte sich Milanovic bissige Wortgefechte, als dieser einen Zaun an der Grenze zu Serbien hochzog und damit den Flüchtlingsstrom nach Kroatien umleitete.

2015 gegen Konservative verloren

Ende 2015 verloren die Sozialdemokraten die Parlamentswahl, die konservative Kroatische Demokratische Gemeinschaft (HDZ) kehrte an die Macht zurück. Milanovic legte auch den SDP-Vorsitz nieder und kehrte der aktiven Politik den Rücken. Seinen Unterhalt verdiente er als politischer Berater, unter anderem für den albanischen Ministerpräsidenten Edi Rama.

Doch im Vorjahr, als die Präsidentschaftswahl nahte, begnügte sich Milanovic nicht mehr damit, im Hintergrund zu agieren. Als er über Facebook seine Ambitionen für das höchste Amt bekanntmachte, beeilte sich die SDP, ihn zu unterstützen. Der Partei bescherte der «Präsident mit Charakter» bereits im Wahlkampf bessere Umfragewerte.

SDA/red

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