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Dutzende Corona-Infizierte nach Trauerfeier

Im Norden Spaniens wurde einer der grössten Infektionsherde im Land aufgespürt. Die Regierung versucht nun mit harten Bandagen, weitere Infektionen zu vermeiden.

Unter Bewachung: Die spanische Polizei kontrolliert in Rioja die Einhaltung der Quarantäne. Foto: Vincent West, Reuters
Unter Bewachung: Die spanische Polizei kontrolliert in Rioja die Einhaltung der Quarantäne. Foto: Vincent West, Reuters

Überall in Europa steigen die Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus an, und immer mehr Infektionsherde werden bekannt. Im Norden Spaniens haben sich gemäss Medienberichten etwa 60 Personen an einer Trauerfeier im Baskenland mit dem Virus angesteckt. Manche Berichte sprechen gar von 80 Infizierten, die Mehrheit davon Sinti und Roma. 6 von ihnen befinden sich im Spital.

Wie die spanische Tageszeitung «El País» schreibt, handelt es sich um einen der grössten Infektionsherde im Land. Die Mehrheit der Infizierten stammt aus der Region Rioja, knapp 100 Kilometer südlich von Vitoria-Gasteiz, wo die Trauerfeierlichkeiten stattgefunden hatten. Quellen innerhalb des spanischen Gesundheitsministeriums gaben gegenüber «El País» an: «Die Verbindung zwischen der Trauerfeier und den Infektionen ist die Haupthypothese, die wir untersuchen.»

Der Leiter des Zentrums für Gesundheitsnotfälle, Fernando Simón, bestätigt einen Zusammenhang zwischen den Infektionen in Rioja und den Trauerfeierlichkeiten in Vitoria-Gasteiz. Es handle sich jedoch um eine begrenzte Gruppe. Es ginge keinerlei Gefahr für die Bevölkerung aus, versicherte der Epidemiologe.

Bussen von 600’000 Euro angedroht

Die örtliche Polizei hat inzwischen dennoch ganze Stadtteile in der Region abgeriegelt und Betroffene zu Hause isoliert. Sie habe zudem mit Bussen von 600’000 Euro oder gar Festnahmen und einer durch die Polizei überwachten Einweisung ins Spital gedroht, sollte gegen die Quarantäne verstossen werden, schreibt «El País».

Die Situation erfordere «aussergewöhnliche Massnahmen und ein robustes Vorgehen», um die Ausbreitung des Virus zu stoppen, sagte der örtliche Gesundheitsminister an einer Pressekonferenz. In einer Mitteilung schrieb das regionale Gesundheitsamt, dass Beamte der nationalen Polizei und der Guardia Civil eingesetzt würden, um «die korrekte Einhaltung der häuslichen Isolation zu gewährleisten».

Gast an der Beerdigung soll zuvor in Italien gewesen sein

Den Betroffenen geht es nach eigenen Angaben so weit gut. Man sei völlig gesund und habe keine Symptome, berichteten sie gegenüber der Lokalzeitung «La Rioja». Wie sie vermuten, hat sie ein Gast an der Beerdigung angesteckt, welcher sich zuvor in Italien aufgehalten hatte.

Spanien zählt bis dato rund 1600 Infizierte und 35 Corona-Tote im Land. In Madrid, wo sich die Zahl der Infizierten innerhalb von 24 Stunden verdoppelte, sowie im Baskenland und in Rioja hat die Regierung inzwischen beschlossen, Veranstaltungen mit mehr als 1000 Menschen zu verbieten. Auch Schulen und Universitäten in besagten Regionen wurden geschlossen.

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