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Die vergeudete Wahl

Die beiden alten Volksparteien Griechenlands sind stark geschwächt worden. Der erste Versuch, eine Regierung zu bilden, ist bereits gescheitert. Es drohen Neuwahlen am 17. Juni.

Am Montag war dieses Land ein anderes. Die Griechen haben eine Ära von 38 Jahren beendet, sie haben ein System in Trümmer gelegt, ohne dass klar ist, was nun kommt. Eine Regierung? Vielleicht nicht einmal das. «Wahlen des Zorns», titelt eine Zeitung. «Albtraum der Unregierbarkeit», eine andere: «Neuwahlen am Horizont». Schon wieder.

Man weiss nicht, worüber man mehr staunen soll. Über die Demütigung der beiden alten Volksparteien, allen voran der sozialistischen Pasok, die auf 13 Prozent geschrumpft ist (der Parlamentspräsident, der Kulturminister, der Innenminister, sie alle haben ihre Sitze verloren)? Über den Einzug einer Neonazipartei ins Parlament eines Landes, das erbitterten Widerstand gegen Hitlers Truppen leistete? Über den Aufstieg der Syriza, eines Parteienbündnisses der radikalen Linken, von 2009 gerade mal 4,6 Prozent zur heute stärksten Partei in den Städten des Landes?

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